Aufsatz 
Einige Ergebnisse der Registrierung von Luftdruck und Temperatur auf der Danmark-Expedition nach Nordostgrönland / von Walther Brand
Entstehung
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mit Amyl-Alkohol gefüllte Bourdonrôhren für eine Station, deren Temperatur im Jahresmittel etwa 12° beträgt, nur von beschränktem Nutzen sein können. Das Instrument wurde nach diesen Erfahrungen im Hause aufgestellt, wo die Verfolgung der Temperaturschwankungen wegen ihres Einflusses auf den Barographen von Wert war.

Der eine der Fuess'schen Thermographen fand Auf- stellung in der englischen Hütte(grosses Modell), die gleich dem Stationshause auf einer kleinen in den Danmarks Havn vorspringenden Halbinsel lag.

Um zu versuchen, die Temperatur auch in grsserer Hôhe zu registrieren, wurde der 2. Thermograph von Fuess an der 30 m hohen Ausgucktonne, später auf dem bereits genannten Thermometerberg im N.-O. der Station in l km Entfernung in einer kleineren Thermometerhütte einfacherer Konstruktion aufgestellt. Beide Versuche fielen unbefrie- digend aus, die Messungen in der Tonne wegen der Strahlungseinflüsse, die auf dem Thermometerberg durch Störungen infolge von Schneestürmen, die schliesslich so- gar die mit aufgelegten Steinen beschwerte Thermometer- hütte den Abhang hinabschleuderten und mitsamt ihrem Inhalt zerschmetterten. So berichtet das Wetterjournal der Expedition vom 26. Oktober 1906. Doch gelang es, den Thermographen mit grosser Mühe wieder zu reparieren. Nach einer Probezeit, während welcher er gleichzeitig mit dem anderen Thermographen registrierte, konnte er später in Pustervig verwandt werden.

Die Schneestürme haben auch an der Station die Re- gistrierung der Temperatur oft ungünstig beeinflusst bezw. für kurze Zeit ganz unterbunden. Zwar hatte man beab- sichtigt und hat es auch ausprobiert, den Thermographen bei Schneestürmen in ein luftdicht schliessendes Blech- gehäuse zu setzen in der Annahme, dass der auf- tretende starke Wind genügen würde, das Instrument trotz seiner Abschliessung auf der Lufttemperatur zu