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Am 24. Juni 1906 verliess die Expedition auf einem alten Walfischfänger, der„Danmark“, Kopenhagen. Nach schwieriger Fahrt wurde am 15. August in einer kleinen Bucht in der Nähe von Kap Bismarck im Südosten einer grossen, späâter Germanialand genannten Halbinsel ein- gelaufen, die den Namen„Danmarks-Havn“ erhielt. Nicht weit vom Strande wurde die Station errichtet, deren Lage sich, ebenso wie der Landungsplatz selbst, als in jeder Beziehung günstig erwies. Die Umgebung bestand in einem 50 km breiten Streifen aus flachen, vegetationslosen Hügeln. Die höchste Erhebung in unmittelbarer Nähe war der sog. „Thermometerberg“ mit einer Hôhe von 132 m. Erst in 50 km Entfernung erhob sich ein 30 km breites Plateau von 700— 8000 m Hôhe. Noch weiter westlich schloss sich ein breiter Arm von Inlandeis an mit einer maximalen Hôhe von 500 m, und erst in etwa 120 km Entfernung wurden Gebirgszüge mit 1500— 2000 m hohen Cipfeln angetroffen.
Die erste Zeit verging mit dem Bau eines Stations- hauses und der Errichtung einer meteorologischen Station, ferner mit Jagdausflügen in die Umgebung, die den Zweck hatten, Hundefutter auf Vorrat zu schaffen. Im September und Oktober wurden dann Depots nach Norden zu angelegt für die Schlittenreise im Frühjahr 1907. Im November wurde trotz der beginnenden Winternacht im Mondschein eine nach den Beschreibungen phantastische, aber auch oft mit den grössten Gefahren verbundene Schlittenreise nach der Sabineinsel unternommen. Wiederholt waren die Teil- nehmer durch Schneestürme und Brechen des Neueises in der grössten Lebensgefahr. Die Rückreise wurde in vier Tagen durchgeführt, was einer täglichen Leistung von 63 km entsprach— ein glänzendes Zeugnis für die grön— ländischen Hundeschlitten.
In der langen Winternacht litten die Teilnehmer seelisch schwer unter dem Mangel an Eindrücken der Natur. Ihre einzige Anregung waren nach ihren Berichten die Schnee-


