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lang ein meilenbreiter Eisgürtel schier unüberwindliche Hindernisse entgegengestellt hatte, zu bezwingen, hatte sich die Expedition des Dânen Mylius Erichsen, die in den Jahren 1906— 1908 ausgeführt wurde, zur Hauptaufgabe gemacht. ¹) Ein weiteres Ziel war die Vermessung und gründliche Untersuchung der schon teilweise bekannten Strecke vom Kap Bismarck südwärts bis zum Franz Josephs-Fjord. Als dritter Hauptpunkt war eventuell eine Durchquerung des Inlandeises bis zu einer der nõrdlichen Kolonien in West— grönland geplant. Mylius glaubte diese Ziele am besten zu erreichen, wenn er zu Schiff so nôrdlich wie möglich an der Ostküste entlang ging, um dann den Rest der Küste mit Eskimoschlitten zu befahren.
Geschichte.
Der Expedition, deren Kosten zur Hälfte aus privaten Mitteln, zur anderen Hälfte vom dänischen Staat bestritten wurden, gehörten 28 Teilnehmer an, meistens Dänen. Der einzige Deutsche war Dr. A. Wegener, der Meteorologe und Physiker der Expedition. Drei während der Reise an Bord genommene Gröõnländer sollten die Teilnehmer die hundert grönländischen Hunde kutschieren lehren. Der wissen-— schaftliche Stab zählte 12 Personen, die seemännische Be— satzung inklusive Maschinen- und Küchenpersonal aber nur 13 Mann. Daher mussten auch die Männer der Wissen— schaft während der Seereise als Matrosen oder Heizer Schiffsdienst tun.
1) A. Wegener: Mit Mylius Erichsen in Grönland und andere Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften.
Achton Friis: Im Grönlandeis mit Mylius Erichsen. Übersetzt von Fr. Stichert.
Danmark-Ekspeditionen til Grönlands Nordöstkyst 1906— 1908 in den„Meddelelser öm Grönland“.


