Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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teſten und gründlichſten zu überwinden find; ſo auch das Aergern an Chriſto. War es ehemals bei Juden und Heiden vorzugsweiſe der Leidenscharakter des Meſſias, ſo iſt es heute bauptſächlich die phyſiſch ertraordinäre Perſönlichkeit des Menſchenſohnes, ſind es die Wundernatur, das Wunderleben und die Wunderwirkſamkeit Jeſu, welche zum Aergerniſſe gereichen. Der Wunderglaube wird kühn und rückſichtslos aus Re⸗ ſpekt vor der gemeinen Weltweisbeit fallen gelaſſen, und es wird verſucht, ſo gut es geht, afkommodativ und limitativ mit den vorhandenen chriſtlichen Poſitivitäten ſich ab⸗ zufinden. Doch, es will ſtets nicht recht gehen, das tiefere Gefübl bleibt in einem peinlichen Zwieſpalte, ja man gelangt zu der Einſicht, daß, wenn das bibliſche Wun⸗ der, inſonderheit das der Perſon Jeſu, fallen gelaſſen wird, unhaltbar das ganze Ge⸗ bäu der evangeliſchen Dogmatik, der ganze evangeliſche Erlöfer, die Glaubwürdigkeit aller Apoſtel und Evangeliſten mit ihren Urkunden in das Nichts dahin ſinken. Dieſe beſorgnißerweckende Entdeckung reizt und ſpornt den gewiſſenſchaften religiöſen Jüng⸗ ling zur äußerſten Anſtrengung des Studiums. Mit aller Jugendkraft und Biegſam⸗ keit des Geiſtes, mit allen Hilfsmitteln der Wiſſenſchaft wird von ihm verſucht zu er⸗ forſchen, ob nicht grade die evangeliſche Welt⸗, Natur⸗ und Geſchichtsanſchauung die tiefere und richtigere, dagegen die der Alltäglichkeit die oberflächliche und verkehrte iſt, ob nicht am Ende Chriſtus ſelbſt die Offenbarung der ewigen Urvernunft iſt. Das Königswaſſer pbiloſophiſcher Kritik hatte den Glauben weggeſpült, die Philoſophie ſoll ihn wieder reſtituiren. Und ſiehe, nach heißem Kampfe, den nur ein jugendlicher Fcuergeiſt durchkämpfen kann, läßt endlich ein aus den verſchiedenartigſten geſchicht⸗ lichen, eregetiſchen, pſychologiſchen, metaphyſiſchen, vorzugsweiſe aber naturphiloſophi⸗ ſchen Studien ſelbſtgezogenes Fazit in der religiös und glaubensſehnſüchtig geſtimmten Seele die Idee auftauchen: Das Wunder(das rationale, factiſche, chriſtliche Wunder, zum Unterſchiede von lügenhafter Zauberei) iſt das ſiegreiche Erſcheinen oder Aufleuch⸗ ten der Urvernunft Gottes im unvernünftigen Daſein, das Erſcheinen des Vollendeten, des Himmliſchen in der unvollkommenen Wirklichkeit, das momentane freie Walten des ewigen Weltgeſetzes in der gehemmten, abnorm und infranatural gewordenen Weltlich⸗ keit. Iſt dieſe Idee einmal aufgetaucht, dann leuchtet in deren Gefolge mildes Ver⸗ ſöhnungolicht, die bibliſche Welt⸗ und Labensanſicht erhält Credit; Chriſtus wird als⸗ bald wiſſenſchaftlich erkannt als der urmenſchliche, gottmenſchliche univerſalhiſtoriſche