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nung beginnt ſchon ſogleich ſich zu verwirklichen. Das Ausbleiben aller Anerkennung und Würdigung im angefangnen Dienſte verletzt bitter das Ehrgefübl und ertödtet et⸗ waige Hoffnungen; ſtatt leichter zu werden, wird die Führung des Amtes nur immer ſchwerer; man erl ubt ſich der ärmlichen Erleichterungsmittel immer mehrere; äußerſt weh thuende, aber ſelbſtverſchuldete Erfahrungen von Geringſchätzung müſſen hinge⸗ nommen werden; beim Hinblicke auf ſo manche ehemalige Studiengenoſſen, die mit Luſt und Erfolg arbeitend in ihrem Berufe herrliche Früchte ernten, ſteigert ſich mit jedem Tage die innere Unzufriedenheit, die erſt in einer völligen geiſtigen Erſtorbenheit ſich mildern kann; und ſo iſt denn der junge Diener am Cvangelium, ehe er es ſich verſah, ein mit ſich ſelbſt und mit der Welt zerfallener, armer, ſchiffbrüchiger, im böchſten Grade unglückſeeliger Menſch, der ſeines zeitlichen Daſeins Zweck und Ziel völlig verfehlt hat; binter ſich einen unwiederbringlich verflogenen Jugendtraum, hat er vor ſich eine öde, hoffnungsloſe Zukunft und iſt in der Gegenwart, in der Zeit ſeines Vollgefühles, ſtatt Gehülfe des Glaubens, allen Gläubigen ein Anſtoß, der Welt aber doppelt zum Geſpötte; und das Alles, weil er an Chriſto ſeinem Herrn irre ge⸗ worden und an Dem ſich ärgert, der allein der Meiſter und Segner des evangeliſchen Amtes iſt. O, ſehen Sie doch, meine Herren, wie ernſt grade Ihnen als angehenden Dienern des Evangeliums die Mahnung Jeſu gilt: Seelig iſt, der ſich nicht an mir ärgert! Das Aergern an Chriſto macht grade den angehenden Diener des Evange⸗ liums höchſt unſeelig.
3) Aber(und auch deßhalb endlich gilt grade Ihnen dieſe Mahnung) das Aer⸗ gern an Chriſto iſt grade in der Jugend noch am ſicherſten zu über⸗ winden. Deßhalb eben ermahnte J. in dieſer Hinſicht ſeine Jünger bei Zeiten. Im Beginne des Amtolebens, in der jugendlichen Verfaſſung iſt der Geiſt noch doppelt rührig, ſtrebſam, bewegſam und bildſam, noch nicht feſt eingekeilt in die Schienen ir⸗ gend eines Syſtems, noch nicht verknöchert in dem Fachwerke einer ſieifen Denkregiſtra⸗ tur. Unabgeſchloſſen ſteht in dem jugendlichen Alter die bildſame Seele noch den ver⸗ ſchiedenſten Eindrücken offen, der Geiſt ſtrebt noch unintereſſirt nach wiſſenſchaftlicher Univerſalität. Da iſt deßhalb grade die Zeit, wo alle Widerſprüche, Einſeitigkeiten,
Schroffheiten und Extreme freilich regulär ihr Daſein bekommen, aber auch am leich⸗ 12*
ſich ſelber ſagt. Wahrlich, keine beneidenswerthe Lage! Und ſiehe, die traurige Ah⸗


