Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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Jeſu gilt: Seelig iſt, der ſich nicht an mir ärgert? Die Jugend iſt vorzugsweiſe dem Aergern an Chriſto ausgeſetzt.

2) Was indeſſen weiter, laut der Verſicherung Jeſu in jener kurzen Mahnung, von allen Menſchen gilt, das gilt doppelt vom Diener des Evangeliums, das gilt zu allermeiſt von dem angehenden; das Aergern an Chriſto macht grade den jugendlichen Diener des Evangeliums böchſt unſeelig. Er mag ſein evangeliſches Amt, das er angetreten, betrachten, wie er will; Chriſtus iſt und bleibt immer der Gründer, der Herr und der Angelpunkt deſſelben. Jeſum Chriſtum, den Lebrer von Gott, den einigen Helfer und Friedegeber der Welt, ſoll er, dem Evange⸗ lium gemäß, im kirchlichen Amte predigen, mit Begeiſterung ſoll er lediglich auf Jeſu Autorität hin Chriſtenthum lehren und predigen, Jeſu ſoll er unmittelbar dienen und in dieſen Dienſt auf's eifrigſte ſich einüben. Nun aber iſt er mit dieſem Chriſtus zer⸗ fallen, an ihm iſt er irre, er kann ſich an ihn als eine abſolute Autorität nicht herz⸗ lich anſchließen, an ihn als Gottes Sohn nicht von ganzer Seele glauben, auf ihn als Regenten der Kirche im Namen des Baters nicht mit inniger Zuverſicht hoffen. Jetzt kommen die chriſtlichen Feſte, Weihnachten, Oſtern, Pfingſten, wo er das Welt⸗ wunder der durch den Heiland Gottes im heiligen Geiſte vollbrachten Erlöſung preiſen ſell. Durch jeden Predigttext mahnt ihn die Schrift: Glaube an den Herrn! Jede Verwaltung des Sacramentes, jede Lehrſtunde zur Bauung des Reiches Jeſu, jeder Beſuch bei Heilsbedürftigen, jeder Act der chriſtlichen Seelſorge verpflichtet ihn auf's

neue, kindlich und ſtark zu ſein im Glauben an Gottes Gnade in Chriſto, dem ver⸗

berrlichten Haupte der Gemeinde. Ach, wie peinlich, wie lähmend, wie aufreibend, wie lebenverbitternd muß dies alles tagtäglich auf den angehenden Diener des Evange⸗ liums wirken, wann er mit ſeinem Glauben an Chriſtum im Unreinen iſt! Mit vol⸗ ler Begeiſterung, mit ſeeligen Hoffnungen warf er ſich einſt ſeinem erwählten Studium in die Armez aber je länger je mehr verlor ſein chriſtliches Bewußtſein an Kraft, ſein von Haus aus ſo inniger Glaube das Leben, die einſt ihm ſo erhabene Geſtalt des Glaubensanfängers und Vollenders ihren Glanz. Welch eine entſetzliche, das ganze Leben verödende Enttäuſchung für ihn nun, wo er das Ziel ſeiner früheren ſehnſüch⸗ tigen Wünſche erreicht hat, wo er gleich ſo manchen ſeiner Vorgänger, die er früher zu beneiden pflegte, gleich ſo Vielen ſeiner Studiengenoſſen anfangen ſoll im Namen 12