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einer flackernden Pbantaſie ſo wohlthätig beſchwichtigen und die Urtheile über den wah⸗ ren Werth der irdiſchen Dinge gewaltig berichtigen, iſt in der Regel und naturgemäß mit dem Jünglingsalter noch verknüpft; der Mangel an durchgreifender Ueberſicht über die verſchiedenartigſten Gebiete und Gegenſtände des Wiſſens nicht minder, ſodaß eine dynamiſche Aneinanderreihung und organiſche Verſchmelzung der vielleicht in hohem Grade reichlich geſammelten Kenntniſſe noch nicht recht zu Stande kommen können. So bleiben denn vorläufig in dem jugendlichen Kopfe und Gemüthe noch gar manche Widerſprüche des Denkens und Lebens, des Wiſſens und Glaubens, des Rationalen und Poſitiven, des Naturalen und Transcendentalen unvermittelt; gar manche Räthſel der Theorie, welche nachmals die Praris erſt löſen muß, bleiben vorläufig noch ſo gut als ungelöſt, und ein peinlicher Zwieſpalt waltet häufig im Innern des jungen Man⸗ nes, grade in dem tüchtigſten und am wiſſenſchaftlich gebildetſten oft am aller meiſten; aller Widerſtreit in ihm findet aber ſeinen Gipfel gegenüber jenem Wundermanne der evangeliſchen Geſchichte, er ärgert ſich an Chriſto.
Nimmt man nun noch hinzu, daß nach dem Geſetze der ſich berührenden Ertreme grade bei der freiſinnigen Jugend zu gleicher Zeit die Sitte der Rachahmung vorzugs⸗ weiſe ſich geltend macht, daß der junge Mann in einer ſich ſelbſt noch nicht unbedingt trauenden, beſcheidenen Abhängigkeit die Lehren, Anſichten, Meinungen älterer, begabter Männer, ſeiner renommirten Lehrer zumal, nur zu gerne als Autorität annimmt, und daß wir in unſeren Tagen der(ich will nicht ſagen, widerkirchlichen, nein) der wider⸗ bibliſchen, widerchriſtlichen Menſchen, Staatsbeamten, Gelehrten, Univerſitätslehrer, Theo⸗ logen ſogar, unendlich viele haben: dann iſt ja vollends begreiflich, daß die Jugend ſo vielfach an Chriſto, dem Herrn der Kirche und Grunde unſeres Glaubens, irre wird und Anſtoß nimmt. Da demonſtriren ſo viele der Herren Profeſſoren auf ihrem Ka⸗ theder in beſter Form einer vorausſetzungsloſen Kritik und in haarſcharfer Folgerichtig⸗ keit den das Univerſum beherrſchenden processus naturalis, den Widerſinn des Wun⸗ ders, die Unächtheit der Evangelien, die Interpolation vermeintlich irrationaler Worte und Säße; dem jugendlichen Hörer ſagt das mehr zu, als die Vorausſetzung und die kindliche 11ε, und Chriſtus, der Himmelskönig im Namen des Vaters, ſammt ſei⸗ ner heiligen Geſchichte, kommen um ihren Credit. Habe ich alſo Unrecht, wenn ich ſage, daß vorzugsweiſe ernſt dem angehenden Diener des Evangeliums die Mahnung


