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1) Die Jugend iſt ja vorzugsweiſe dem Aergern an Chriſto aus⸗ geſetzt. Der leichtere, dem flüchtigen Lebensreize zugewendete Sinn der Jugend, das Freiheitsgefühl und der Freiheitstrieb des in der Lebensfülle athmenden Jünglings, das feſſelloſe Streben des in dem endloſen Meere der Wiſſenſchaft ſich tummelnden und befruchtenden jungen Mannes; das alles herrliche, von Natur huldreich verliehene Be⸗ vorzugungen der Jugend, aber nichtsdeſtoweniger drohende Klippen für den Glauben an den bibliſchen Chriſtus.„Das materielle Daſein mit ſeinen tauſend reizenden Ge⸗ ſtalten und das Sinnenleben mit ſeinen lieblichen Genüſſen haben zuverläſſig ihre hei⸗ lige, ihre äſthetiſche Berechtigung; unmenſchlich der, welcher von ihnen ſich abwendet; rigoriſtiſch aber und mit ſchneidendem Contraſte ſtellt ſich ihnen gegenüber Chriſtus in ſeiner nazarethaniſchen Knechtsgeſtalt, indem er ruft: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt iſt!“ Das iſt ſo oft die auf den Schein ſich ſtützende Logik der leichten Jugend, und verloren hat Chriſtus, der Aerger an ihm iſt unausweichlich.„Gebt euch gefangen im Glauben, Chriſtum lieb haben iſt beſſer, denn alles Wiſſen, glaube nur, ſo wirſt du ſeelig, wer nicht glaubet an den eingebornen Sohn Gottes, der hat das Leben nicht;, ſo tönt's aus der Schrift von allen Seiten; und dieſen unbedingten For⸗ derungen ſoll ohne Widerreden der junge Mann gehorchen, den jede Feſſel des Lebens an⸗ ekelt, der keinen höheren und ſeeligeren Gedanken hat, als den, daß er frei iſt, frei vor Allem in ſeinem Denken und Forſchen? Nein! Nein, das kann der aufſtrebende Jüng⸗ ling nicht; und abermals hat Chriſtus bei ihm verloren, er ärgert ſich an Chriſto. Zahlreiche Gebiete der unendlichen Wiſſenſchaft hat er durchſchifft, die unwandelbaren Geſetze der Natur und des pſychiſchen Lebens hat er erkannt, an den Brüſten der Ge⸗ ſchichte und Philoſophie iſt er mannbar geworden; und nun ſoll er glauben an Jeſum Chriſtum von Nazareth als den eingeborenen Sohn des lebendigen Gottes, von Ewig⸗ keit im Schooße des Vaters, geboren in der Fülle der Zeit von der Jungfrau Maria, bezuget durch Thaten und Wunder im jüdiſchen Volke als ein Herr, gekreuziget, auf⸗ erſtanden von den Todten und geſetzet zur Rechten Gottes als ein Richter der Leben⸗ digen und der Todten! Nein, das iſt zuviel verlangt von dem jungen Manne der vorausſetzungsloſen, rationalen Wiſſenſchaft, das läßt er ſich nicht anmuthen, er will kein Kind mehr ſein, er läßt dieſen Glauben, er ärgert ſich an Chriſto.
Der Mangel an umfaſſenden Erfahrungen des Lebens, welche das Jugendfeuer


