Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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Und hier, hier eben, m. H., liegt die Taufe, mit der Sie ſich taufen laſſen ſol⸗ len; es iſt die unbedingte, rückhaltloſe, freie Hingebung an das in den Urkunden der Offenbarung niedergelegte, an das von Oben gegebene Wort.

Wahrlich, da koſtet es Kampf, zumal in der widerſtrebenden Jünglingsnatur, Kampf, um abzuweiſen den Stolz, der die ſchimmernden Streiflichter beweglicher Ein⸗ bildungskraft gern als ſichern Fund tief eindringender Forſchung vor der ſtaunenden Gemeinde leuchten laſſen möchte; da koſtet es Kampf, um abzuweiſen jene ſelbſtiſche Eitelkeit, die gern nur Neues hervorbringen will aus dem Schatze eines ruhmfrohen Gemüthes, das gern ſich preiſen hören möchte als einen Meiſter, wie noch keiner ge⸗ redet; aber die Geiſtesarmuth decken muß unter blendenden oder frappirenden Worten, denen der Hörer nachziehet und Geiſt dahinter ſuchet, aber nicht finden wird: iſt das Geiſtesfreiheit, die unter dem Joche armer menſchlicher Leidenſchaft daherprunkt? Nur die Wahrheit wird euch frei machen! Und wir verkünden daher froh und frei in deſſen Dienſt, der ſich die Wahrheit nennet:Wer ihn ſiehet, der ſiehet den Vater.

Doch du redeſt mir entgegen: Ich ſoll doch einſt nicht Angelerntes, bloß Ueber⸗ kommenes nachreden; ich werde doch von der Kanzel, von der Stätte der offenſten Wahrheit vor Gott und den Menſchen, nicht hinabpredigen ſollen, was meinem Geiſte unerreichbar, was ihm fremd, was aus ihm nicht geboren, was darum nicht mein Leben iſt: ſonſt würde ich ja vor Gottes Augen Heuchler, oder ich müßte meines Geiſtes eigenſte Natur in den Tod geben! Nein, wahrlich! Hat Chriſtus in Ihnen nicht eine Geſtalt gewonnen, dann koͤnnen, dann ſollen Sie ihn nicht predigen; aber dann gehören Sie auch nicht in das Chor, ſondern in das Schiff der Kirche; denn das Wort in der Gemeinde gebühret Ihnen da noch nicht, wo des Herrn Ehre woh⸗ nen ſoll. Und bedenken Sie wohl, das Teſtament, womit Sie vor der Gemeinde ſich ausweiſen ſollen, und auf welches bin Ihnen das Wort zu ihr gegeben iſt, fordert nie, daß Sie Ibres Geiſtes Natur aufgeben ſollten; es fordert das nicht, ſo lange es Gottes Wort iſt, und ſo lange Ihr Geiſt ſich rühmet aus Gottes Geiſt geboren zu ſein, ſo lange es der höchſte Stolz iſt zu rühmen:Wir ſind göttlichen Ge⸗ ſchlechts. Der Gott, der in ſeinem Worte redet, der Gott, der unſre Vernunft zum Wahrbtitevermögen ausgeprägt bat, iſt derſelbe; er kann ſich nicht widerſprechen: