Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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die er denen hinterläßt, die jetzt die ſichtbaren Rüſtzeuge ſein ſollen, ſein Werk auf Erden weiter zu führen.Gehet bin, machet zu Jüngern*) alle Völker, dadurch daß ihr ſie taufet auf den Namen des Vaters und des Soh⸗ nes und des heil. Geiſtes, dadurch daß ihr ſie halten lehrt Alles, was ich euch befoblen babe. Und er ſpricht dazu das Wort, das ſie nicht nur ermuthigen, ihnen nicht bloß ſeinen Beiſtand zuſagen, ſondern auch offenbar ſein Mitihnenwirken ausdrücken ſoll:Und ſiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Was ſich aus dieſen letzten Worten des verklärten Meiſters einfach ergibt, ſind zunächſt folgende Sätze: daß das Jüngerwerden auf alle Menſchen ausgedehnt ſein ſoll;*) daß das Mittel dazu ein doppeltes iſt: Taufe und Lehre; daß die An⸗ wendung dieſer Mittel denen zukommt, welche ſelbſt Jünger ſind; und daß bei dieſer Thätigkeit ſeiner Jünger, bei dieſer Anwendung der von ihm geordneten Mittel, er ſelbſt mit thätig ſein will, und zwar mit der Macht, die ihm in beiden Sphären ſeines Seins, im Himmel und auf Erden, gegeben iſt. Einer beſonderen Erläuterung bebarf es bei keinem dieſer Punkte, es ſei denn, daß wegen einer verflachenden Exegeſe daran erinnert werden müßte, daß das Jünger Jeſu Sein, oder Werden, mehr voraus⸗ ſetzt, mehr begreift, als bloßen Glauben, oder eigentlich bloßes Fürwahrhalten ſeiner ethiſchen Lehre und ſeiner hiſtoriſchen Erſcheinung. Ein Jünger Jeſu iſt nur, wer ein Glied iſt an dem Leibe, davon Chriſtus das Haupt iſt(Epheſ. 4, 15. 16), eine Rebe an dem Weinſtock Chriſto(Joh. 15, 5 ff.). Es fordert das Sein in Chriſto, alſo auch das zu einer neuen Creatur Gewordenſein, kurz die Wiedergeburt(Joh. 3, 35),

Weiter mag erinnert werden, daß das Taufen und Lehren ganz gleich neben einander geſetzt und jenes vorangeſtellt iſt; daß aber dieſes Taufen auf den Namen

*) Es iſt zu beklagen, daß in dieſer bedeutſamen Stelle der Ueberſetzungsfehler Luthers herein⸗ gekommen iſt:.ανννεκτε= lehret.

18) Heydenreich, A. L. Ch., Die eigenthümlichen Lehren des Chriſtenthums, vorzüglich f. pract. Geiſtliche reinbibliſch da geſtellt. Weilb. 1839. B d. 3. Abth. 2. S. 286 ff.