Aufsatz 
Griechische Etymologien / von Emanuel Bernhardt
Entstehung
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rend Curtius Anstand nimmt, wegen des Mangels sichrer Analogien, die Herleitung aus W ruh(rudh) zu adoptiren. Auch Bopp hat sich offenbar durch Bedenken gegen ein solches Ver- fahren abhalten lassen, in seinem Glossar s. v. ruh das griechische Wort zu den übrigen zu stellen. Wie mir scheint, mit Recht. Denn wenn sich auch einzelne analoge Fälle anführen liessen, so wird man sich doch nur dann zur Annahme eines so auffallenden lautlichen Her- gangs entschliessen, wenn sonst kein Ausweg ist uad alles Uebrige mit Nothwendigkeit dahin drängt. Das ist aber bei unserm Wort keineswegs der Fall, vielmehr führt mancherlei auf einen andern Ursprung desselben. Zuerst die Bedeutung und der Gebrauch des Worts bei Homer. In den bei weitem meisten Fällen bezeichnet nämlich àαα oder im Sing. collectiv àας, die Dienstleute, das unterthänige Volk, im Gegensatz zu den Baouο*es, die deshalb rouusves Aa⁵ν heissen; insbesondere die Mannschaft, die der Fürst sammelt und in seinen Dienst nimmt, II. 11, 770 IInXJos J'ie⁶νμαα˙οα Ʒυνάνσι εέν νυτ⁴αονπαν A⁴ν dꝓeipovres zuατν Aνα αeναννναα. cf. ib. 716. 9, 338. 16, 129. die er ordnet(2οωυμιν% 1ανν), in den Kampf führt(àο ⁴eοων, 10, 79), für die er verant- wortlich ist, 2, 25 0dph veuxον eεiεειν Ocp6ν dvοα, daol εᷣπαe dpaα‿raν ooα.εƷμειν.

22, 107 dνεα ⁴αeν αταοανοσνν εᷣμεσι öfter im Gegensatze zu den Rossen und dem Anführer,

9, 708 mꝙσQρόνMιμοέμιμ ρ νεν νεέμεν μαμν τε Trrαοα

ôrνν½ mεαχ ϑιοωυνος ενυ πρυπσνπσοοινσι ud⁴ν⁵έο˙α.

18, 153 L‿ςᷣ τε νlα ππποα nroe ve dann das Schiffsvolk, Od. 14, 247. 24, 428.

Auch im Frieden sind Xaol die Dienstleute, die Unterthanen. cf. 0d. 19, 114 Aeετεσ ⸗ιꝛι αꝭν πνGντι(Baoν àαeᷣονε). II. 9, 483. 2al' ³†eidν uxe ode d uoον αρααοσε ναό. Die Arbeiter des Gerbers heissen àl⁴ II. 17, 390.

Aus dem Begriffe der Dienstmannen, des Gefolges(ας Ʒι ⁶μ⁴οι Ʒσmσo Xες. 0d. 6, 164 rνρ ο d FO εοσσνετο 1α⁴αeς) hat sich der des Heers im Allgemeinen entwickelt(Ad Axaινν, das Heer der Achäer) und aus dem der Unterthanen, Hörigen, der des Volks, der Leute im Allgemeinen. In dieser letzten Bedeutung ist es im Homer äusserst selten. Man kann dahin ziehen Il. 12, 228 Seoaπνπος, ds αρςφραά Suε Feideln ep⁴οωνεα Foν πιιεοιαρασο i. 23, 728, wo die Zuschauer àανον ˖enannt werden. 0d. 2, 13. rdν'⁴a dντee aod επeν eον nsivro und einige andere Stellen.

Ist nun aber wirklich der Begriff der Unterthänigkeit der hervorstechende bei dem Wort, so ist dies sicher der Ableitung aus der V ruh, wachsen, nicht günstig, denn aus dieser wird sich zunächst nur eine Bezeichnung für Volk bilden können, in der die blose natürliche Be- stimmtheit hervortritt, wie in den lat. Wörtern gens und natio, die aus der Bedeutung nach verwandten Wurzeln gebildet sind..

Doch ausser der Bedeutung spricht noch ein andrer Umstand gegen obige Etymologie. Mehrere Composita mit àςα lassen nämlich vermuthen, dass das Wort im Anfang einen Con- sonanten eingebisst hat. Dahin gehört I6MAas neben 16XA.= I6X1οσα(Loh. proll. p. 130), XdpiANos statt Xραρ̈ο, IIeιυυ˙ p⁴οσσνςςο u. a.(Pott K. Z. VII, 330). Das doppelte