Aufsatz 
Griechische Etymologien / von Emanuel Bernhardt
Entstehung
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von Seiten der Form Bedenken; denn, wenn auch Reste des Präfixes à im Griechischen sich sicher nachweisen liessen(Pott et. F.² II, 384), so ist es doch kaum glaublich, dass sich auf griechischem Boden eine Zusammensetzung damit gebildet haben sollte, Ireupog ist aber, so weit ersichtlich, ein der griechischen Sprache allein angehöriges Wort. Denn der Zusammenhang mit dem deutschen Ufer, ahd. uover, auf den Lottner KZ. VII, 180 hindeutet, ist durch Nichts erwiesen. Auch das eu macht Schwierigkeiten, indem es sich nicht erklären liesse als aus entstan- den. Vielmehr unterliegt es keinem Zweifel, dass die ursprüngliche Form dacepjoc war, aus der das dol. dxεsßos durch Assimilation des j an p entstanden ist(Ahr. diall. I, 60), während die Jonier und Attiker das j als« vor die liquida schoben, wie sehr häufig(eis aus&εεο); dem so entstandnen ez entspricht aber dorisch(Ahr. I. 1. II, 159.). Anstatt nun aber an οαςσ, die Grenze, anzuknüpfen, muss man vielmehr auf die V wep zurückgehn, aus der aιρας selbst erst entsprungen ist. Diese Wurzel ist eine sehr verbreitete im Griechischen und heisstdurch- dringen, daher z. B. das Verbum reiοο, durchbohren, repν durchfahren, durchdringen u. s. w. Das Suffix- ¹½α, skr. yas, hat ursprünglich gerundive Bedeutung und entspricht unserm deut- schen bar. ³A*πμιονς heisst alsonicht durchfahrbar, undurchdringlich und nrrerpog ist das Land, im Gegensatz zum Meer, als das undurchschiffbare.

Zum Schluss erwähne ich der Vollständigkeit wegen auch noch der von Ebel Kz. IV, 341 vorgeschlagnen Etymologie aus l= z(wieα= T5) und skr. parvan, Knoten, wonach drerposErdknoten heissen würde. Ich bezweifle, dass diese Erklärung Liebhaber finden wird.

5) àα.. 1

Die Ableitungen, welche die Alten von à versuchten(ef. Et. M. s. v.lνᷣOταν rxapd* Aλυκ ⁶αeνς να λαες. αορ⁴⁴ τ 1³⁴ας, nuαver ASov. Schol. II. 1, 126), sind Nothbehelfe, die nicht mehr in Berücksichtigung kommen können. Jetzt stellt man es in der Regel mit un- serm deutschen WorteLeute(goth. lauths, ahd. Iiut, ksl. Ijudu, populus, lett. laudi-s) zu- sammen(Curt. Grundz. n. 535. Benf. WI. II, 28. Pott et. F.² 1, 221.) und führt es auf die V ruh(rudh)wachsen zurück. Eine Analogie für die Bedeutung bietet das goth. thiuda, Volk, umbr. tutu, lat. tuticus(meddix tuticus), die ebenfalls aus einer Wurzel, diewachsen heisst(tu), entstanden sind. Dass nämlich die Wurzelform, von der àε herkommt, ein u haben muss, geht daraus hervor, dass das Digamma in Aas durch Inschriften constatirt ist (Aaαν C. I, 1466. AaroxGrmν. Ahr. diall. II, 51. Christ gr. Lautl. p. 269.).*) Aav-Aar würde also aus àv durch Vokalsteigerung in bekannter Weise entstanden sein und das-, wie sehr häufig, ein p vertreten(Christ gr. Lautl. p. 124. L. Meyer vgl. Gr. I, 72.). Schwierigkeit macht nur der Dental im Sanskr., Deutschen, Slavischen und Lettischen, der im Griechischen ⁴αανε⁸αεσ erwarten liesse. Pott und Benfey nehmen ohne Weiteres den Ausfall dieses Lautes an, wäh-

*) Dadurch schon wird die von Müller in kz. V, 151 vorgeschlagne Ableitung von Skr. däsaFeind, wenn auch nicht sonst Alles dagegen spräche, unmöglich. Dagegen ist sehr wahrscheinlich, wie Pott ib. VII, 322 vermuthet. die erste Silbe von Al œάm identisch mit 4ꝓσVolk.