Aufsatz 
Griechische Etymologien / von Emanuel Bernhardt
Entstehung
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entstanden, ein verlängertes à privativum, wie in αεοσαοας statt deæεασρασοσ, eipog statt daeiog. Auf diese Weise lassen sich gleichbedeutende Wörter mit»n und im Anlaut denken, aber nicht mit.

Wenn demnach die Herleitung von ndò vuoc aus ονοο unmöglich, das Vorhandensein des Worts aber im ursprünglichen Homer nicht zu bezweifeln ist, so bleibt nichts übrig, als es aus einer ganz andern Wurzel herzuleiten, 7ααᷣςπα aber als eine Weiterbildung aus òουςα zu be- trachten(cf. II6Xv,% n. pr. von Ʒ und Eroναοςα, das ein Thema ro- voraussetzt), auf dessen Entstehung offenbar das früher vorhandene, aber unverständliche»iòνσςα eingewirkt hat.

Welches ist nun aber die Wurzel, aus der»iègog entstanden ist? Bis jetzt haben, so- viel ich weiss, abgeschen von den alten Grammatikern, die es als Adjectiv von vndòοε ansehen, was gar keinen Sinn hat, alle die, welche die lIdentität von e υαοσσ und»iopos verwerfen, an der Ableitung Aristarchs festgehalten, der das Wort auf ĩοω, tauchen, eingehn, zurückführt(Schol. Hom. Il. 2, 2. Et. M. s. v. vi 1ςα). In der Entwicklung der Bedeutung findet keine vollstän- dige Uebereinstimmung statt, denn neben der Erklärung Aristarchs durch eνέιννιτος,aus dem man sich nicht losmachen kann, findet sich in den Schol. II. I. I. eine andre: Eoσασιαι ε ν6όνμμωω 5 Lh e eigusog, d αν‿ος Ʒ‚§ Tov, eEnT αντ⁵ τ εέιιαν eiνιων vn οςασ ⁷φςρμρνηνεςα*. h. also, der sich nicht unterwirft, nicht bezwingen lässt, sondern seiner- seits bezwingt, der ααeν σκόηχαάωπ, wie er II. 14, 4 genannt wird. Benfey G. WL. II, 68 über- setzt:nicht ertauchbar, grundlos, tief. Wie sich die zweite dieser Bedeutungen,ϑπ u⁴νπινοε, die an sich Vieles für sich hätte, aus dνυ und vf(privativum oder intensivum? cf. Et. M. s. v. Herd rou vd rιαταριιι) entwickeln soll, ist unklar. Die erste und dritte, d. h. die von Aristarch und Benfey gegebenen, kommen im Resultat auf eins heraus, es würde eben mit»iovuog der Schlaf alstiefer bezeichnet sein. Gegen diese Erklärung hat man mit Recht geltend gemacht, dass sie für die meisten Stellen nicht passen würde. Wie lässt sich z. B. Il. 2, 2 übersetzen:den Zeus aber hielt der tiefe Schlaf nicht fest, oder 10, 91Ich irre umher, denn der tiefe Schlaf legt sich nicht auf meine Augen, oder 10, 187so blieb der tiefe Schlaf ihren Augen fern. Kurztief kann kein stehendes Beiwort des Schlafs sein, was vnowog durchaus ist.

Dazu kommt noch, dass die Form des Worts Bedenken erregt(s. Lob. proll. p. 165), indem es sonst keine so aus vbis puris entstandene Adjectiva auf uo« giebt. Die Adj. auf-uos gehen vielmehr zum bei weitem grössten Theil auf Substantive zurück, aus denen sie mittelst des Bindevokals* gebildet sind, z. B. 4οενυηνα von ⁴ι⁸ι,*⁴εμ⁵μιοο von»6αεμος, dεμυμμοο von dνος, oder ohne Bindevokal, wenn sich das Thema auf endigt, z. B. σeααοαινα von mαασις u. dgl. Nach Analogie von πλ.ισιάιι, ουννοσ sollte man also das Adjectivum Jbοσινμο von doe erwarten und componirt mit fndοναιαοσσ, wie z. B. à mφOi*νμνσνοος.

Wie man übrigens auch über diesen Punkt denken mag, jedenfalls rechtfertigt das oben über die Bedeutung Gesagte den Versuch, durch eine neue Etymologie die mancherlei Schwie- rigkeiten, die sich erheben, zu beseitigen. Ich leite das Wort ab von dο-n, Noth, OQual, Sorge und übersetze vièossorgenfrei,kummerlos. Schon in den Schol. Hom. Il. 2, 2 kommt unter andern Erklärungen des Worts auch die durchdνκι υνοςοει vor und es liegt auf der Hand, dass kaum ein characteristischeres epitheton ornans des Schlafs sich finden lässt.