und systematisch geübt. Soviel über die Ver- teilung des elementaren Syntaxstoffes auf die drei Mittelklassen
III.
Wir kommen jetzt zu der wichtigsten von allen Fragen, nämlich: Wie soll dieses In- duktionsverfahren geübt werden? Diese Hauptfrage hat noch mehrere begleitende Fragen im Gefolge. Vor allem müssen wir Antwort geben auf die Frage: Soll die gram- matische Behandlung unmittelbar an die Lek- türe, und zwar in den betreffenden Stunden, angeknüpft werden, oder ist diese grammatische Behandlung der Beispiele den besonderen Gram- matikstunden zuzuweisen? und endlich: Wie ist der Forderung der Lehrpläne zu genügen, ge- gelegentlich das vorher praktisch Eingeübte systematisch zusammenzufassen?
Schon recht lange vor den jetzigen Lehr- plänen hat Rehdant“l) gezeigt, wie man in verhältnismässig kurzer Zeit, gelegentlich der Anabasislektüre in Obortertia, eine recht an- sehnliche Reihe syntaktischer Erscheinungen an den Beispielen aus der Lektüre den Schülern vorführen und durch Exercitien und Extempo- ralien einprägen kann Ob allerdings das Ver- fahren im einzelnen— er knüpft an die ersten vier Kapitel des 3. Buches der Reihe nach die Lehre von den Konjunktionen, dem Parti- cipium, von«r und vom Inſinitiv— heute noch auf Beifall rechnen darf, ist mehr als fraglich. Dass bei allem das Hauptgewicht auf die scharfe Auffassung zu legen sei, steht allerdings fest. Indessen ist der genannte Auf- satz ebenso wie die rühmlichst bekannte Ausgabe der Anabasis²) auch jetzt noch, besonders wegen der treftlichen Beispiele in den Anmerkungen, jedem Lehrer des Griechischen zu empfehlen.
Die einzelnen syntaktischen Erscheinungen sind da,„wo sie bei der Klassenlektüre vor- kommen,“ wie auch Vogels) schon bemerkt, zu besprechen, wobei man stets dem betreſſen- den Klassenstandpunkte Rechnung trägt, indem
¹) Bemerkungen allgemeiner Art über den Un- terricht im Uebersetzen griech. Autoren, Berl. Z. f. d. Gymn. W. 1851, p. 393.
²) Rebdantz-Garnuth, Ausg. der Auab., Berl., Weidmann 1884— 88..
*) Die Dehnung des syntakt. Unterr. in den
alten Sprachen, N. Jahrb. f. Phil. u. Paed., 1831, II., 577 fl.
man bei denjenigen, die dem eigentlichen Jahres-
pensum, z. B. in O.-T. bei der Kasuslehre, ent- sprechen, eindringlicher verweilt, während man die anderen, wie beispielsweise in Obertertia die Tempora und Medi, nur scharf erklärt, so dass sie bei der Lektüre Nicht unerwähnt bleiben dürfen an dieser Stelle die Arbeiten von Kranzi, und Baltzer, ²) welche in allen wesentlichen Punkten mit dem hier Vorgetragenen übereinstimmen.
3 Schon bei der Vorbereitung der ein- zelnen Abschnitte der Lektüre in gemeinsamer
Arbeit mit den Schülern, wie sie ja jetzt durch
die Lehrpläne für die erste Zeit des Schul- jahres gefordert wird, werden eine ganze Zahl syntaktischer Erscheinungen kennen gelernt u. durch die Exercitien u Extemporalien ebenso, wie später, eingeübt. Wir verweisen in dieser Be- ziehung auf unseren Aufsatz in den Lehrproben, ³) wo wir eingehender über dieses Verfahren ge- sprochen haben. In dieser ersten Zeit, wo ja die Vorbereitung auf das von den Schülern zu Hause nur zu Wiederholende keine ausschliess- lich der Lektüre dienende Arbeitsleistung ist, sondern wir môöchten fast sagen, einem allge- meinen Operationsfelde verglichen werden kann,
verschklägt es nichts, wenn der Schüler bei „— Wendungen, wie:„N*.XAuεε KSHG 5
Axowνsy» Gv. u a m. mit dem Lehrer ge- meinsam diese syntaktische Erscheinung unter die grammatische Lupe nimmt, sie mit dem La- teinischen vergleicht u. s. f. Darf dies aber noch in demselben Masse geschehen, wenn der Schüler so weit gefördert ist, dass er mehr. oder weniger selbst vorbereiten kann? Gewiss
nicht. Sondern— und hiermit kommen wir zur Beantwortung unserer weiteren, oben ge- stellten Fragen— es empfiehlt sich dann wohl
ein Verfahren, das wir nun schon Jahre lang geübt und, wie vielleicht mancher verehrte
verstanden werden.
3
Amtsgenosse mit uns, zweckentsprechend ge-
funden haben. 5
Die Erscheinungen, von denen vir, wie z. B. bei einer relativischen Attrak- tion, annehmen müssen, dass sie bei ihrem ersten Vorkommen dem Schüler noch zu grosse Schwierigkeiten machen, erklären wir nach Be-
¹) Zur Gestalt. d. altspr. Unterr. nach d. neuen Lehrpl., Progr. Posen, 1895—
²) Beigabe zum Jahresber. des Progymn. zu Schwetz., 1896.
³) Uber d. Vorbereit. d. Schulaufgaben durch d. Lehrer, Lehrpr. 25. p. 58— 66.—


