seines Unterrichts, nicht zugleich ein Hilfsbuch für seine eigenen wissenschaftlichen Studien“ Im Anfange giebt er 33 syntaktische Einzel- regeln(Sic) für Tertia, teilweise mit Muster- beispislen. Indem wir den Plan eines solchen Lernbuches im ganzen billigen, ohne an dieser Stelle über seine Ausführung im einzelnen ein Urteil auszusprechen, stimmen wir Rud Mengel) bei, der in einem ausserordentlich beherzigenswerten Aufsatze, in welchem er für die induktive Lehrweise eintritt, die Waldeck'sche Grammatik mindestens zur Vorbereitung für den Lehrer warm empfſiehlt.
Indem wir hier auf die lateinische Satz- lehre von K. Reinhardtꝰ) hinweisen, weil wir dieses Buch im Wesentlichen als Vorbild bezeichnen dürfen für die Herstellung einer entsprechenden griechischen Satzlehre, möchten wir an dieser Stelle mit wenigen Worten an- deuten, was im Sinne eiuer fruchtbringenden Durchführung der induktiven Lehrweise nach den Anforderungen der Lehrpläne noch wün- schenswert erscheint. 1) Wie im Lateinischen Cäsar,3) so stehe im Griechischen Xeno- Phon im Mittelpunkte. 2) Die Beispiele sollten durchaus der Regel vorangestellt werden. 3) Die entscheidenden Merkmale in den Bei- spielen sollen fettgedruckt werden. 4) Eine geringe Anzahl metrischer Beispiele, mit Ausschluss allzuseltener Formen, diene zur festen Einprägung. 5) Diese letztge- nannten Beispiele sollen besonders zur Einübung der Mo duslehre dienen. 6) Das Regel- werk soll nur das für das Griechische Eigen- tümliche enthalten 7) Wünschenswert ist es, die Musterbeispiele, zum Gebrauche für sämtliche Klassen, am Schlusse der Grammatik als Anhang beizufügen.
Was nun die besondere Verteilung des syntaktischen Pensums auf die drei Klassen von Untertia bis Untersckunda einschliesslich betrifft, wobei immer im Geiste der Lehrpläne an Gelesenes anzuknüpfen ist, so ergiebt sich etwa das Folgende
Schon in Untertertia können, wie auch Joost in seinem oben genannten Werke, p. ——
*) über d. Gestaltung d. Unterr. in den alten Sprachen, Lehrpr. 44. p. 46 ff. ²) Latein. Satzlehre, Weidmann, 1896. ²) Vgl. H. J. Müller, Grammatik zu Ostermanns Latein. lbungsbüchern, Leinz. 1897. Auch hier haben wir ein praktisches Lernbuch, das besonders die Sprache Cüsars als massgebend betrachtet.
337, mit Recht hervorhebt, gar manche syn- taktische Erscheinungen bei Gelegenheit der Deklinations- und Konjugationsübungen am lebendigen Beispiele gelernt werden. Auch Fr Schmidti) giebt diesem Gedanken Ausdruck, indem er für Untertertia folgende fünf Regeln ansetzt: 1) Das Prädikatsnomen hat keinen Artikel. 2) Die attributive Stellung. 3) Der griech Dativ, dem lateinischen Ablativ cau- sae, instrumenti, modi, mensurae, temporis ent- sprechendl. 4) Präâpositionen, die einen Kasus regieren. 5) Die Hervorhebung des Gegen- satzes durch uéy und dé.— Indem wir dieser Forderung im ganzen zustimmeu, môchten wir, unter Voraussetzung des, an den Lesestücken eines Ubungsbuches geübten induktiven Ver-
fahrens, für Untertertia, statt jeder weiteren Ausführung, folgende Musterbeispiele aufstellen:
1 8sis kary 16, 3, Soriy(Prä-
dikatsnomen ohne Artikel) 2)“ 0 4 οες 6„9. ros. 3) E Ls 6Xecoc. 4) Ele ry Aw„. 3) Ey I welen. 6) IIp s 5Neos. 7) Ly d6. 8, Ax? do rroo ²) 9) TAà 6ra SwntA Satv, 10) 0 Eeeparns Toranis(Vgl. Der Rhein— strom.) 11) Vorpuns 5 †lιοαοπ. 12) My role: und E) worre
Alle diese Beispiele sollen unmittelbar dem. Lesestoſfe des, in Untertertia gebrauchten Ubungs- buches entnommen werden.
Vielleicht können auch schon einige Kon- junktionen, wie iwa und doα, an gut ausge- wählten Beispielen aus der Lektüre praktisch eingeübt werden Ebenso können bereits in dieser Klasse beim Erlernen des regelmässigen
Verbums manche Erscheinungen auf dem Gebiete der Tempora, wie z. B. v5n a. ich ward krank,(Aoristus ingressivus) und
manches andere der Art ohne jede Schwierig- keit praktisch gelernt und eingeübt werden.)
In Obertertia werden in erster Linie die Kasuslehre u. die Präpositionen(letztere nur gedächtnismässig) an Beispielen geübt; da- neben die wichtigsten Erscheinungen der Tem- pus- und Moduslehre. In Untersekunda wird die Kasuslehre wiederholt und erweitert und aus der Moduslehre das Wichtigste praktisch-
¹) Zum griech. Anfangsunterr., Lehrpr. 43, p. 63.
¹) Avd, dyd und ex werden besser der Ober- Tertia zugewiesen.
³) Auf solche Weise ermässigt sich das in 0.— T. und U.-S an die Lektüre anzuknüpfende syntak- tische Material um ein beträchtliches.


