schränkung des Stoffes; man war sich ferner über den Nutzen klar, den eine vernünftige Anlehnung an den Lateinunterricht darbieten musste; man stimmte auch bereits einer mehr praktischen und mõglichst an die Schriftsteller- lektüre anknüpfenden Behandlungsweise zu; das lebendige Beispiel war zu seinem Rechte gekommen: Da erschienen die Lehrpläne von 1891 und machten vieles zum Gesetz für alle, was bisher von manchen schon geübt oder mindestens versucht worden war.
II.
In den aumtlichen Lehrplänen von 1891 heisst es p. 28 wörtlich:„Auszuscheiden aus dem grammatischen(griech.) Unterricht ist alles, was im Lateinischen bereits vorgekommen ist und nicht dem Zweck der Lektüre dient, insbesondere fallen fast alle allge- meinen Begriffsbestimmungen fort.“ Und ferner- hin heisst es:„dass die Rüksicht auf UÜber- setzungen ins Griechische fast ganz aufhörte.“ Dieses fast ist nicht zu überschen. Denn bei aller Wertschätzung der Lektüre dürfen wir nicht vergessen, dass wir am Ende der Untersekunda von den Schülern bei der Versetzungsprüfung ein griechisches Extemporale verlangen, und dass sie also die gangbarsten syntaktischen Re- geln doch auch anwenden lernen müssen. An anderer Stelle heisst es:„Die Durchnahme der Syntax erfolgt, soweit nõtig, systematisch, in- dem im übrigen das bereits Vorgekommene zu- sammengefasst und an Beispiele angeknüpft wird.“ Von der besonderen Verteilung der Pensen auf die einzelnen Mittelklassen mag später noch ein Wort gesagt werden. Gefordert
wird also eine induktive Behandlung im Anschlusse an das Gelesene. Dies müssen alle diejenigen im Auge behalten, die auf dem Boden der Lehrpläne stehen und die bestrebt sind, einen gangbaren Weg für die richtige Durchführung dieser Vorschriften zu Wir bemerken gleich hier, dass wir es für völlig unfruchtbar halten, immer wieder neue Klage- lieder anzustimmen über die Beschränkung des klassischen Unterrichts, dass wir es mit denen halten, die sich das Ziel stecken, auch den neuen Verhältnissen gegenüber offen und ehr- lich Stellung zu nehmen und mit gutem Mute der Zukunft entgegen zu sehen.
suchen.
Zu denen, die den Forderungen der Lehr-
pläne bezüglich der in duktiven Methode gerecht zu werden suchten, gehören vor allem
J. Lattmann und H. D. Müller. ¹) Hier
werden auf induktivem Wege die syntaktischen Regeln aus der Lektüre abgeleitet. Die Lektüre dieser Sätze ist eine grammatische. Die Ubungen zu den betreffenden Regeln werden an bekannten lateinischen Sätzen ange- stellt. Dabei wird die Syntax grundsätzlich auf der Grundlage der lateinischeu gelehrt ²) Bei aller Zustimmung zu der Anlehnung an die lateinische Grammatik düakt uns doch die Her- anziehung dieser Sprache in einer solchen Aus- dehnung recht bedenklich. werden auf diese Weise zu leicht von der vor- liegenden Hauptaufgabe. der griechischen Syn- tax, abgelenkt. Mit Recht hebt Lattmanns) her- vor, dass gebührend auf die grosse Freiheit des griechischen Sprachgebrauches Rücksicht zu nehmen, und überall mehr die Besonder- heiten hervorzuheben seien.
Völlig auf dem Standpunkte der Lehr- pläne steht auch A. Waldeck,¹) der an den verschiedensten Stellen sich für die induktive Methode ausgesprochen hat. Er legt grossen Wert auf das Erkennen der syntaktischen Erscheinungen. Für die Unterstufe müsse das Ubungsbuch eintreten. In verschiedenen Auf-
sätzen trat er für In duktionssätz es) aus der
Lektüre ein, welche in die eingeführte Gram- matik aufzunehmen seien, die nach den Grund- sätzen der lateinischen Schulgrammatik gear- beitet sein müsse. Diesen Forderungen suchte er endlich selbst gerecht zu werden in seiner eigenen Grammatik. 6) Diese ist übrigens nach desselben Verfassers lateinischer Grammatik ge- arbeitet. Sie soll ein Schulbuchz) sein,„dem
Lehrer ein Wegweiser für Umfang und Gang
¹) Grammat. Hilfs- und ibungsbuch für den
griech. Unterr. in Untersekunda, Göttingen 1893.
²) Vergl. auch H. D. Müller u. J. Lattmann, Griech. Grammatik, auf d. Grundlage d. vergleich. Sprachforsch. bearbeitet, Göttingen, 1888, 2. Teil.
.*») Zu beachten ist noch: J. Lattmann, ſiber d. griech. Unterricht nach den merhodischen Grund-
sätzen d. Lehrpläne von 1891, Göttingen 1893. ⁴) Die griech. Gramm. nach den nenen Lehr- plänen, Lehrpr. 31, p. 80 ff.
⁵) Waldeck, die Methode in den alten Sprachen
nach d. neuen Lehrpl., Lehrpr. 48, 1—18.
6) Griech. Schulgramm. für alle Klassen d.
Gymn., Halle 189939. ¹) Latein. Schulgramm., Halle 1891.
Denn die Schüler


