lich begreifen, die sonst für sie reines Gedächt- niswerk bleiben würden..
Wir kommen nunmehr zu der Frage nach der besten Lehrweise, um dieses unbedingt Notwendige unseren Schülern zu übermitteln. Da wollten denn viele die Schulgrammatik gan⸗ bei Seite lassen und den Schülern nur eine Beispielsammlung in die Hand geben; andere wieder waren geneigt, eine solche Samm- lung einzuführen, daneben aber die Grammatik, wenn auch in entsprechend verkürzter Form, bestehen zu lassen, besonders auch zum Zweck gelegentlichen Nachschlagens; andere endlich wollten einer kurzgefassten Syntax am Schlusse eine übersichtliche Beispielsammlung als Anhang beifügen, um so gleichsam beiden Forderungen gerecht zu werden Im folgenden mõgen einige Vertreter der eben ausgesprochenen Behand- lungsweisen kurz genannt und gewürdigt werden.
Schon im Jahre 1873¹) gab Frick eine
tabellarische Beispielsammlung heraus, die nach grammatischen Kategorien geordnet ist. Die Beispiele sind teilweise den grie- chischen Autoren entnommen, teils vom Ver- fasser selbst gestaltet, dabei finden wir fort-
während Verweise auf die Buttmann'sch e Schulgrammatik Unseres Erachtens enthält diese Tabelle viel zu viel Schematismus, wodurch der UÜberblick nur gestört wird Auch Baumei-
ster’) entschied sich für eine Beispielsammlung
ohne jeglichen grammatischen Text, eine For- derung, der Eckstein a. a. O scharf wider- sprach. Auch die oben angeführte Programm- Abhandlung von Gehring enthält eine Bei- spielsammlung aus Xenophons Anabasis I. Diese letztere enthält zu zahlreiche Beispiele und lässt dic Hervorhebung des eigentlich Charak- teristischen und also in erster Linie Wich- tigen vermissen. Massvoller schon ist Ra- demacher, ³) der einige recht treffende Beispiele bietet. Gehring verwirft übrigens für Obertertia den Gebrauch der Grammatik und stimmt für strenge Anlehnung an NXenophon. Eine sehr reichliche Sammlung von Muster- sätzen bietet ferner Imme. ¹) Dieselben sind aus Xenophon, Platon und Euripides entnom- men, oder es sind Sinnsprüche((νννσꝛ) Imme
¹) Progr. des Gymn. zu Potsdam, 1873,
²) Zeitschr. f. d. Gymn. W. 1882, p. 539 ff. 7 3) Die griech. Syntax in Obertertia, Progr. d. Gymn. zu Birkenfeld, 1886. B ¹) Mustersätze zur Einübung der griech. Syn- tax, Progr. d. Gymn. z. Essen, 1890.
sah besonders auf wertvollen Inhalt der Sätze. Nach den Lehrplänen von 1891, von denen unten zu sprechen sein wird, fehlt für die Durcharbeitung dieser Sätze die Zeit. Auch enthalten dieselben viele Formen, die dem Schüler sonst nicht wieder begegnen, was eben- falls bedenklich erscheinen möchte. Trotzdem enthält die Sammlung mehrere metrische Muster- sätze, die an gehöriger Stelle gut zu verwen- den sind.
Auch Gürthoferl) gab eine Sammlung von Beispielen heraus,„um den Schüler zu einer summarischen Repetition der griechischen Syntax anzuleiten.“ Allein er entnimmt diese Beispiele, wenigstens in dem I. Teile: Kasuslehre, den Reden und Briefen des Isokrates, was wir nicht billigen können, da dieselben vielmehr der Klassenlektüre entnommen sein müssen, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen.
Nicht unerwähnt lassen dürfen wir, da wir gerade von Beispielsammlungen sprechen, dass auch H. Schillerz) für das Giessener Gym- nasium eine 6 ½ Seiten starke Grammatik, resp. Syntax zur Einführung gebracht hat, welche als Manuskript für die dortige Anstalt gedruckt ist. Die Sammlung, die uns durch die Güte
des Herrn Verfassers zugänglich geworden ist,
umfasst 83 Beispiele, meist in metrischer Form, manche auch aus Xenophons Anabasis entlehnt, mit kurzen Fingerzeigen über die be- treffenden Regeln, unter Hinweisen auf die be- züglichen§§. der Grammatik von Gerth. Über- raschend und anerkennenswert ist die Prägnan⸗ des Ausdrucks, so vor allem bei den Beispielen der Bedingungssätze(S. 65— 68). Wünschens- wert wäre u E, dass man die betreffenden Formen, auf die es gerade ankommt, z B. bei der Kasuslehre den Genet, Dat., Acc. fett drucken liesse. Bei den metrischen Beispielen würden wir allzu seltene Formen, wie It) ein u. a. m. vermeiden. Im übrigen werden wir weiter unten, bei Besprechung unseres eigenen Verfahrens, über solche Beispiele noch ein Wort sagen.
Soweit hatte sich also die Frage von der Behandlung der elementaren griechischen Syn- tax geklärt. Es herrschte fast Ubereinstimmung betreffs der Notwendigkeit einer gehörigen Ein-
¹) Sammlung prakt. Beispiele zu d. wichtigsten Regeln der griech. Grammatik, Progr. Freising, 1892.
²) Verhandlungen über Fragen des höheren Unterrichts, Berlin 1891, p. 427.


