Aufsatz 
Nachträge zu der Biographie des Jacob Micyllus
Entstehung
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erste bestimmte Kunde gebracht hat. Damit stimmt denn auf's beste die Steitzische Interpretation der discipuli als auditores überein, und der ganze Zusammenhang gewinnt sein rechtes Licht. J. Balthasar Ritter aber, der die schola Patriciorum als die Knabenschule auffasst und dadurch der Urheber der Junkerschule für alle seine Nachfolger geworden ist, sah sich bei seiner unvollständigen Kenntniss der in Betracht kommenden Personen- und Familienverhältnisse(wir verdanken ihre genaue Uebersicht vor Allem dem sorgfältigen Fleisse J. C. v. Fichard's in seiner auf der Stadtbibliothek bewahrten noch ungedruckten Frankfurter Geschlechtergeschichte) genöthigt, die von seinem Vorfahren als discipuli genannten würdigen Rathmänner in die Junker Philipp Fürstenberger u. s. w. zu verwandeln, wobei er übersah, dass der ihm wegen seines Eifers für die neue Lehre wohlbekannte Philipp Fürstenberg, der Schwieger- vater Justinian's von Holtzhausen, keinen Sohn hatte, statt Hamman von Holtzhausen, den er sich nicht als Schüler Nesen's denken konnte, einen Arnold von Holtzhausen fingirte, und aus der in den Ministerialakten weiter folgenden Notiz von Luther's Be- such in Nesen's Schule,*) Christoph Stalburger, den der ältere Ritter als einen der von Luther gesegneten jugendlichen Schüler erwähnt, unter die in einem andern Sinne dis eip uli genannten Männer aufnimmt.**)

Nächst der erwünschten Aufklärung, welche wir aus den neu aufgefundenen Akten- stücken über die beabsichtigte Ausdehnung der Wirksamkeit des Nesen und Micyllus

empfangen, geben sie uns zweitens Anlass die Frage ihrer Besoldung, die von mir

*) Cum Lutherus anno 1521 ad Comitia Wormatiensia iret, e regione illius Neseni divertens vidit scholam illam Neseni, impositis manibus D. Hieron. et Christoph. a Stalburg, illisque benedixit. Steitz, M.- u. L.-H. S. 16.

**) So sehr ich übrigens von der Richtigkeit diesser Auffassung und namentlich davon uberzeugt bin, dass die Benennung der sogenanntenJunkerschule nur in einer Verwechslung von zwei verschiedenen Dingen, den humanistischen Vorträgen, an denen die reformatorisch gesinnten Mitglieder des Rathes selbst Theil nahmen, und der neuen Knabenschule, und zwar ganz eigentlich in dem von M. Ritter für jenen gebrauchten Ausdruck Schola Patriciorum ihren Ursprung genommen hat, so kann ich doch nicht verhehlen, dass die zusammenhängende Betrachtung der beiden angefuhrten Theile jener lateinischen Aufzeichnungen mir den Eindruck macht, als ob M- Ritter selbst von der zwie- fachen Wirksamkeit Nesen's, über die er selbst natürlich nur den Mittheilungen Anderer folgen konnte, nicht mehr eine klare Vorstellung und Unterscheidung hatte. Denn die Worte scholam illam Neseni im zweiten Absatz, welche als die Knabenschule zu verstehen ist, weisen doch wohl im Sinne des Schreibenden auf die schola Patriciorum ia erstern zurück, in der wir das Institut der öffent- lichen Vorlesungen erkennen zu müssen glauben. Allerdings scheint Ritter auch, indem er Nesen als praefectus der letztern bezeichnet, mit derselben eine andere Vorstellung verbunden zu haben.