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Nun aber sind die Worte Author Haman später überschrieben: ursprünglich hiess der Text und zwar ohne Zweifel nach dem eigenhändigen Referat von M. Ritter, wel- ches nur abgeschrieben werden sollte: discipuli ejus fuerunt Fursteuberger, Jacob Neuhausen, A. ab Holtzhausen, ne ad Papistas deficerent. Der Abschreiber, dem der vielgenannte Hamman von Holtzhausen als Hauptbegründer der lateinischen Schule be- kannt, die Lebensverhältnisse der beiden andern Männer nicht im Gedächtniss sein mochten, erkennt wenigstens von jenem die Unmöglichkeit, dass sie Nesen's Schule be- sucht haben sollten;— bei genauerer Prüfung hätte sie sich auch für die beiden andern ergeben— und machte, indem er keinen Anstoss nahm, jenen als Nesen's Schüler bestehen zu lassen, durch das eingeschobene author Haman diesen zu dem Rathgeber und gewissermassen Vormund von Fürstenberger und Neuhausen, woran in der That gar nicht zu denken ist, und wodurch die offenbar nur auf Nesen's Wirksamkeit bezügliche Nachricht eine fremdartige Wendung erhält. Mit Recht hat daher Hr. Dr. Steitz nach Herstellung der ächten Kitter'schen Notiz discipuli im Sinne von auditores gefasst, und im Hinblick auf jene Verpflichtung in Nesen's Verschreibung darin die höchst bedeutsame Nachricht erkannt, welche aus der Feder des ältern Mathias Ritter(† 1588), der seine Erziehung grossentheils der Fürsorge Philipp Fürstenberger's verdankte, nicht bezweifelt werden kann:„dass dieser, so wie Hamman Holtzhausen und Jacob Neuhausen sich nicht schämten in der Reife ihres Mannesalters die Zuhörer des jungen Dichters zu werden.“ Auch der ausdrücklich hervorgehobene Zweck dieser Vorträge, ne ad papistas deficerent, der für die Jahre 1521 und 1522 nicht ganz zutrifft, ist offenbar von M. Ritter im Geiste seines eignen lutherischen Eifers so bezeichnet, und beweist, wie Steitz(Mel.- u. Luth.-Herb. S. 17, Anm. 21.) treffend bemerkt,„dass die Relation von einem Epigonen des Reformationszeitalters herrührt, der bereits im Jahr 1520 die Reformation für eine vollendete Thatsache hielt.“
Aber nicht bloss als ein höchst erwünschter Beleg für die von Nesen wirklich ge- haltenen öffentlichen Vorträge ist uns die aus den Acten des Predigerministeriums mit- getheilte Anzeichnung M. Ritter's von Werth; sie wird uns auch noch zur richtigen Beurtheilung eines andern Punktes in der frühesten Geschichte unsers Gymnasiums beachtenswerth. Bekanntlich geht durch alle Berichte, die sich mit den Anfängen des- selben beschäftigen, von J. B. Ritter's Evangelischem Denkmal, S. 33 bis auf meine eigne Darstellung(Micyll. S. 39.) die Notiz hindurch:„dass die im J. 1520 unter Nesen gestiftete neue Schule gemeiniglich die Patrizier- oder Junkerschule genannt
sei.“*) Und an die Vorstellung, dass sie nur von den Söhnen der Patrizier besucht ——
*) Kirchner 2. S. 446.„Anfangs gingen die Söhne der Altburger in diese Schule, die so den Namen Junkerschule erhielt. 7


