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3. Revisionen, Prüfungen, Schulfeste.
Das Maifest wurde am 10. Mai bei günstiger Witterung durch Ausflüge der Klassen unter Führung ihrer Ordinarien begangen.
Am 3. Juni unterzog der Königliche Provinzial-Schulrat Herr Geheime Regierungsrat Dr. Lahmeyer die Anstalt einer Besichtigung. Er wohnte insbesondere dem Unterricht in der französischen und lateinischen Sexta bei.
Die schriftliche Reifeprüfung fiel in die Tage vom 9. bis 13. August, die mündliche fand am 30. und 31. August stat; an dem ersteren Tage führte Herr Geheime Regierungsrat Dr. Lahmeyer den Vorsitz, am zweiten der Direktor. Von 20 Schülern, die sich gemeldet hatten, wurden 7 von der mündlichen Prüfung befreit, zweien konnte das Zeugnis der Reife nicht zugesprochen werden; sie haben beim jetzigen Ostertermin die Prüfung mit Ehren bestanden. Es war dies die letzte Prüfung nach der alten Ordnung. Künftighin wird die Reifeprüfung in sofern bedeutend erleichtert sein, als allen Schülern, deren Klassen- und schriftliche Prüfungsleistungen in sämtlichen verbindlichen Fächern mindestens das Prädikat„genügend“ ohne Einschränkung erhalten haben, und deren Betragen tadellos war, von der mündlichen Prüfung befreit werden. Auch die Schüler, die in die mündliche Prüfung eintreten, werden nur in den Fächern examiniert, in denen die Klassen- oder die schriftlichen Prüfungsleistungen kein volles genügend ergeben haben. Wir müssen indessen ausdrücklich darauf aufmerksam machen, daſs diese Erleichterungen und Begünstigungen nur solchen Schülern zu gute kommen, die in stetiger tüchtiger Arbeit ihre Lehrer befriedigt haben. Für die übrigen dürfte die Prüfung eher erschwert als erleichtert sein.
Das Sedanfest wurde am 2. September in gewohnter Weise durch einen Auszug zum Forsthause gefeiert. Herr Oberlehrer Dr. Reuſs hielt die Ansprache. Aus den Wettkämpfen, unter denen das Pentathlon wieder die oberste Stelle einnahm, ging der Abiturient August Sommer als erster Sieger hervor.
Die Progressionsfeier und die Entlassung der Abiturienten der Michaelis-Abteilung fand am 24. September 1892 durch den Direktor statt. Die deutsche Rede hielt der Abiturient Gerhard Hessenberg, die lateinische Abschiedsrede der Abiturient Fritz Leimbach.
Am 12. November veranstalteten die Schüler der oberen Klassen in den Räumen des zoologischen Gartens eine theatralisch-musikalische Aufführung. Diese Festlichkeit hat an unserer Anstalt eine langjährige Tradition, und es ist nicht zu verkennen, daſs sie auf die Teilnehmer in manchem Sinne einen bildenden Einflufſs auszuüben geeignet ist. Dem besonderen Wohlwollen der oberen städtischen Behörde haben wir es zu danken, daſs uns die Benutzung von Garderobestücken aus dem städtischen Theater gestattet wurde; denn ohne diese Beihülfe wäre es dem Gymnasium nicht möglich, Aufführungen zustande zu bringen, wie wir sie bisher zu sehen gewohnt waren. Es wurde diesmal kein antikes Drama, wie in den letzten Jahren, zur Aufführung gebracht, sondern Scenen aus Wilhelm Tell, die unser verehrter Herr Schneider so ausgewählt hatte, daſs der Zusammenhang des Stückes zur Darstellung kam. Ihm sowie Herrn Dietz, der den musikalischen Teil leitete, sprechen wir auch hier unsern wärmsten Dank für ihre unermüdliche, treue Hülfe aus.
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