Aufsatz 
Tacitus und Plutarch
Entstehung
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70 entsprechen, so können wir hoffen, im Rechnen und später in der Mathematik bis zum Schlusse der Obertertia einen solchen Vorsprung zu gewinnen, daſs wir in den oberen Klassen mit einer geringeren Stundenzahl auskommen.

2. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Auch auf die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums hat die Teilung der Anstalt ihren Einfluss ausgeübt. Die Anstellung eines fünften Lehrers für die mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächer erwies sich als notwendig. Herr Dr. Karl Fischer, bis dahin wissenschaftlicher Hülfslehrer am Gymnasium in Marburg, wurde infolgedessen in eine der vordem noch vakanten Stellen berufen und, nachdem er während des Sommer- halbjahrs dieselbe als wissenschaftlicher Hülfslehrer verwaltet hatte, am 1. Oktober als Oberlehrer angestellt. Wir freuen uns in ihm einen Kollegen gefunden zu haben, der sich leicht und gerne in die Eigenart unserer Schule eingelebt hat. Uber seine persônlichen Verhältnisse berichtet er Folgendes:

Dr. Karl Fischer, geboren den 6. Februar 1859 zu Rennerod(Oberwester- waldkreis), besuchte die Gymnasien zu Montabaur und Hadamar. An letzterer Anstalt bestand er im Herbst 1879 das Maturitätsexamen. Darauf studierte er an den Universitäten Münster, Leipzig und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. An der erstgenannten Hochschule diente er zugleich als Einjährig-Freiwilliger. Im Wintersemester 1885 bestand er in Marburg das examen pro facultate docendi und im Wintersemester 1888 das examen rigorosum. Von Ostern 1885 bis 1886 leistete er an dem Kgl. Gymnasium zu Marburg das pädagogische Probejahr ab und verblieb an dieser Anstalt bis Herbst 1886. Von Herbst 1886 bis Ostern 1887 besuchte er die Kgl. Turnlehrer-Bildungsanstalt in Berlin. Darauf kehrte er wieder als Hülfslehrer an das Kgl. Gymnasium zu Marburg zurück, woselbst er bis Ostern 1892 verblieb.

Die allmähliche Ersetzung der Michaelisklassen durch Osterklassen, die durch die höheren städtischen Behörden für alle hiesigen Schulen beschlossen worden ist, machte für das Sommerhalbjahr einige Hülfskräfte nötig, da wir während dieser Zeit drei Sexten an der Anstalt hatten. Die überschiessenden Lehrstunden wurden von den Herren Thieme und Dr. Liermann übernommen. Der erstere verliess uns im Herbste, um einen Kursus an der Turnlehrer-Bildungsanstalt in Berlin durchzumachen. Zur selben Zeit schied Herr Dr. Boelte von uns, der lange Zeit unser treuer Mitarbeiter war, und der im Sommerhalbjahr die letzte der vakanten ordentlichen Stellen verwaltet hatte. Er hat sich während des Winters zu seiner weiteren eigenen Ausbildung nach England begeben; wir freuen uns, ihn vom Beginn des nächsten Schuljahres wieder zu den Unseren zählen zu können. An seine Stelle trat Herr Dr. Julius Ziehen, der, wie im vorigen Programm berichtet ist, im Herbste 1891 eine wissenschaftliche Reise nach ltalien, Griechenland und Kleinasien angetreten hatte. Er ist bestimmt, von Ostern 1893 ab die nach dem Frankfurter Lehrplan zu bildende Sexta zu übernehmen. Herr Max Meyer setzte auch im vergangenen Schuljahr seine Thätigkeit als wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Anstalt fort.

Herr cand. prob. Theodor Becker beendete Michaelis 1892 sein Probejahr; an seine Stelle traten als cand. prob. die Herren Karl Temme und Dr. Adam Schnegelsberg.