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werden können. Es ist dies jedenfalls eine Stütze unserer Annahme, daſs der französische Anfangsunterricht nach der neuen Methode dem kindlichen Fassungsvermögen entspricht. Alle Stücke des UÜbungsbuches von Banner(1. Kursus) sind gründlich durchgearbeitet, innerhalb dieses Bereiches haben die Schüler eine ziemliche UÜbung im Sprechen und Verstehen des Gesprochenen erlangt. Es ist dem Lehrer möglich, die ganze Stunde hindurch den Unterricht in französischer Sprache zu führen. Die Aussprache ist derart, wie wir sie bisher in Gymnasialklassen nicht haben erzielen können. Das grammatische Pensum bestand in der Einübung der regelmäſsigen Formenlehre, hauptsächlich von avoir und èêtre und den vier Konjugationen. Wir dürfen wohl behaupten, daſs in diesen Dingen bei den meisten Schülern volle Festigkeit erreicht ist. Auch die schriftlichen Leistungen sind im ganzen recht befriedigend ausgefallen.
Eine für das Gymnasium besonders wichtige Frage ist die, welche Dienste der französische Anfangsunterricht der allgemeinen grammatischen Vorbildung zu leisten vermag. Denn von dieser sprachlichen Vorschule wird die gröſsere oder geringere Leichtigkeit der späteren Einführung in die alten Sprachen wesentlich abhängen. Hier haben wir denn zunächst beobachtet, daſs die Unterscheidung des Aktivs und Passivs, besonders des Fut. act. und Praes. pass., die im lateinischen Anfangsunterricht mancherlei Schwierigkeiten zu bereiten pflegt, durch die sinnfälligere Ausdrucksweise des Französischen entschieden er- leichtert wird. Kaum, daſs sich hier und da einmal ein Schüler in diesen Formen vergriff. Die Bedeutung von Subjekt und Objekt, die sich ja im Französischen nicht durch die Flexionsformen der Wörter unterscheiden, wird durch die feststehende Wortstellung viel- leicht noch schärfer zum Bewuſstsein gebracht. Ja es machte auch keine Schwierigkeit, die Schüler auf die Flexion des Partizips bei vorausgehendem pronominalem Akkusativobjekt von vornherein aufmerksam zu machen und sie beim schriftlichen Gebrauch an die Be- obachtung dieser Regel zu gewöhnen. Die Unterscheidung von Adjektiv und Adverb wird gleichfalls im Französischen durch die vollere Endung des letzteren begünstigt. Die Ubereinstimmung in der Flexion zwischen Substantiv und zugehörigem Adjektiv hat ja das Französische mit dem Lateinischen gemein. Bei der Einübung der Debklination erwies sich die Kongruenz in den Formen der Frage und Antwort sehr förderlich. So ist denn unsere Erwartung nicht getäuscht worden, daſs der französische Anfangsunterricht hinreichend Gelegenheit gibt, den Sinn für diese einfachen sprachlich-logischen Begriffe zu wecken und diese Verhaltnisse allmählich zum Bewuſstsein zu bringen; während auf der anderen Seite die bedeutend geringere Mannigfaltigkeit der Flexionsformen und die Einfachheit der Wort- stellung die ersten Schritte in der fremden Sprache erleichtern. Wir dürfen es also wohl aussprechen, daſs hier kein„Bonnenfranzösisch“ gelehrt wird, sondern daſs, bei aller Rück- sichtnahme auf die praktische Bedeutung, der Unterricht in der fremden Sprache von vornherein entsprechend der Fassungsgabe neun- bis zehnjähriger Knaben als Förderungs- mittel der allgemeinen geistigen und insbesondere der sprachlich-logischen Bildung nutzbar gemacht wird. Es läſst sich nicht leugnen, daſs das Französische gerade für diesen Zweck im Anfangsunterricht entschiedene Vorzüge besitzt.
Im Rechenunterricht hat sich die Zulegung der fünften Stunde bemerkbar gemacht. (Siehe die erledigte Lehraufgabe S. 50.) Der Grundsatz der gröſseren Konzentration scheint sich hier zu bewähren. Wenn die Erfahrungen der folgenden Jahre denen dieses ersten
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