Aufsatz 
Tacitus und Plutarch
Entstehung
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in Rom selbst, die den Sturz Neros beschleunigten und auf die Erfüllung von Galbas Hoffnungen und Absichten teils fördernd teils hemmend einwirkten, dem Leser vorgeführt, nicht so breit, um von der Hauptperson abzulenken, aber doch eingehend genug, daſs eine vorangehende oder nebenherlaufende ausführlichere Behandlung der gleichen Dinge an der ihnen zukommenden Stelle, wie sie im Rahmen eines gröſseren, Neros Regierung mit- einschlieſsenden Geschichtswerkes vorausgesetzt werden müſste, damit kaum vereinbar erscheint. Ich erinnere in dieser Beziehung an die Stellen, wo von dem Aufstand des Vindex, von dem Eindrucke, den die Nachrichten aus Gallien und Spanien auf Nero machten, von Clodius Macer und Verginius Rufus, endlich von Neros Sturz und Tod berichtet wird. Nun ist es einmal an sich nicht grade wahrscheinlich, daſs Plutarch sich in diesem Abschnitte einer gröſseren Selbständigkeit befleiſsigt hat als sonst in diesen Biographien, auf der anderen Seite macht die ganze Darstellung einen so einheitlichen, geschlossenen Eindruck, daſs man den ursprünglichen Zusammenhang und nicht eine spätere Aneinanderfügung hier und dort entlehnter Stücke vor sich zu haben glaubt; irren wir nicht in dieser Annahme, so hat in der That schon Plutarchs Gewährsmann die Absicht gehabt eine Geschichte der Jahre 68 und 69, vielleicht auch noch der folgenden, unter Betonung des biographischen Moments zu geben und im Beginne seines Werkes die Person Galbas in den Vordergrund gerückt, genau so wie dies bei Plutarch geschehen ist. Die Entscheidung der Frage scheint mir indessen an einer anderen Stelle gegeben zu sein, an der ähnlich wie in dem Vorleben Galbas auf die frühere Zeit zurückgegriffen wird, ich meine das über Othos Beziehungen zu Nero und Poppaea Berichtete(Galb. 19). Es kann keinem Zweifel unterliegen, daſs alles, was wir hier bei Plutarch lesen, seiner Quelle entlehnt ist; das beweist die abgesehn von der starken Verkürzung und der Beseitigung der widerwärtigen Einzel- heiten genau entsprechende Stelle des Tacitus(hist. I. 13). Ich muſs wenigstens auf die Hauptpunkte, in denen die Benutzung derselben Quelle sich erkennen läſst, in aller Kürze aufmerksam machen. Es heiſst bei Tacitus: namque Otho pueritiam incuriose ſrouꝓn e al Tνοοid edννς έq qταχων,νν iνος οοισe Aeερανναορμε̈ νοο]), adulescentiam petulanter egerat, gratus Neroni aemulatione lurus ſqil νωνι mʒd uν‿μνέμντ οd νν doονπτiuν ενροσσο.]. eoque Poppaeam Sabinam, principale scortum, ut apud conscium libidinum deposueral ſdãld rije IIon=raiavν π., donec Octaviam uxorem amoliretur ſeru ο aido‿μεᷣνοο riν ⁸ανποονdun rl.), moæ suspectum in eadem Poppaea in provinciam Lusitaniam specie legationis seposuit ſéutνuνeuνe 6O0Gν ö§nοναηνεν aB πανσασοσνον ⁷ν, ört riyvpdd wal dòερν dποαπeide did HLonraias yãuoy eͦpeioaro rob*0‿ννοο. Tevéxay dd eljen eöyows vdelvous 1» Néẽoc⸗w eiouντo eal aασνέιιοσασννοο εεσενμμην uνοεατνένν τοαmάQeο m 16 εαeυνν ad dοεοσνέκν εανιν oꝰ᷑νμα de α⁴αονα 0dοε εαφετν roνν deνκ⁷ diνο uyse unrowoο‿μα νd raœedeuun ri aντν h5εοοπαϊνν. Aus dieser Gegenüberstellung lässt sich ersehen, daſs Plutarch hier nichts hinzu- gethan, sondern lediglich seinem Gewährsmanne gefolgt ist; stand aber der ganze Bericht über Neros und Othos nahen Verkehr, über ihr beiderseitiges Verhältnis zu Poppaea, über die Verbannung des lästigen Nebenbuhlers nach Lusitanien bereits in der Quelle und zwar in diesem Zusammenhang, woran gleichfalls nach der Ubereinstimmung von Plutarch und Tacitus nicht zu zweifeln ist, so bedarf es keines weiteren Beweises dafür, daſs diese Quelle die Zeit Neros nicht umfaſste; wäre das der Fall gewesen, so hätten jene Dinge schon an einem früheren Punkte eine ausführlichere Behandlung gefunden und bei dem späteren

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