Aufsatz 
Tacitus und Plutarch
Entstehung
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16.

erhaltener Abschnitt die Zeit des Vitellius behandelte. Von vornherein wird ein bestimmter Gesichtspunkt aufgestellt, der für die Auffassung und Behandlung der Ereignisse maſsgebend sein soll. Nicht sowohl die Herrschsucht einzelner Männer als vielmehr die Geldgier und die Zuchtlosigkeit der Soldaten waren es, die jene gewaltigen Umwälzungen hervorriefen und unsägliches Elend über das römische Reich brachten. Der einzige Trost für die so schwer betroffene Menschheit lag darin, daſs die Schuldigen sich gegenseitig vernichteten; zuerst ereilte die gerechte Vergeltung den Mann, der die Truppen der Hauptstadt durch die wahnsinnigsten Versprechungen zum Abfall von Nero vermochte, den Praefectus praetorio Nymphidius Sabinus. Indem er den Praetorianern ein unvernünftig hohes Geldgeschenk als Lohn für ihren Verrat verhiefs(vgl. hist. I. 5 ad destituendum Neronem arte magis et impulsu quam suo ingenio traductus), gab er die Veranlassung zu allen Schrecknissen der folgenden Zeit: rodõro ydo eısνς dy drrddece Néocra, uer' öiyoν ε Ta⁴uv. 16ν ⁴εν αο ιςν τυmάυιμεην 0 αέz, r0 1ιmʃ uußärovyres doéretraν. elra 10 οοω ò OGοσοσνQνπι εονννεςι εριανοαάe Ta d⸗roordοεσνQαε ⁵τοοοοα dralοueres ai‿obe) rurores ⁷νμπαν(Galb. 2). Am Schlusse der Einleitung erklärt dann der Verfasser, dafs er nicht pragmatische Geschichte schreiben, sondern nur do dsta 1Gyou oς᷑ aνσςοωνν εeρσꝙνο zdu πsνεοεουνννεeze berichten wolle. Soviel ist klar, dies ist nicht der Eingang zu einer Einzelbiographie Galbas, sondern zu einer mehr biographischen Behandlung des Zeitraums, in dem der UÜbergang der Herrschaft von dem julisch-claudischen auf das flavische Haus sich vollzog. Es beginnt nun die eigentliche Erzählung mit einem kurzen Rückblick auf Galbas Vorleben bis zu dem Zeitpunkte, wo an verschiedenen Orten die Unzufriedenheit mit Neros Treiben zu aufrührerischen Bewegungen führte; die mehrfachen Anklänge an das hier Berichtete, die sich bei Tacitus finden(hist. I. 49), lassen erkennen, daſs Plutarch bereits in diesem Abschnitte sich eng an seinen Gewährsmann anschloſs. Indessen konnte dieser, auch wenn er vorher Neros Regierung dargestellt hatte, recht wohl in solcher Weise die früheren Schicksale Galbas zusammenfassen, zumal es sich nicht um Geschehnisse handelt, die auf den allgemeinen Verlauf der Dinge einen bestimmenden Einfluſs ausgeübt hatten. Das Gleiche vermag ich nicht einzuräumen hinsichtlich der nächsten Abschnitte der plutarchischen Biographie bis zum Tode Neros; hat sich Plutarch in diesen nicht erheblich weiter von seinem Gewährsmanne entfernt als in allen übrigen Teilen der beiden Biographien, so ergibt sich meines Erachtens mit Notwendigkeit, daſs schon dieser Gewährsmann erst mit Galbas Erhebung einsetzte und daſs auch sein Geschichtswerk die Zeit Neros nicht mit- umfaſste. Es sind die Kapitel 4 bis 7 der Biographie Galbas, die ich im Auge habe. Indem Galba und seine Handlungen überall den Mittelpunkt der Darstellung bilden, werden in geschickter Verbindung damit die Vorgänge in Gallien, Africa, Germanien und namentlich

Wenigstens wird in dem sog. Verzeichnis des Lamprias(bei A. Schäfer, comm. de libro vitarum X oratorum, S. 9) nach Tãlßac adl Od auch Birellοs aufgeführt und ein Hinweis auf die Biographie des Vitellius findet sich Oth. 18: rd 1έιω ν ν dlla(vorher ist von dem Hass der Praetorianer gegen Vitellius gesprochen) ααιν omνηαμον εένάια ⁴2eνννeια(dann folgen die Angaben über Othos Grabmal).

² Die Worte omOσπσσο εoνντν, die Plutarch allem Anscheine nach aus seiner Quelle mit herübergenommen hat, brauchen sich keineswegs auf die vorangegangene Geschichte der neronischen Zeit zu beziehen, es genügte, dass Nymphidius schon vorher als Praefectus Praetorio bezeichnet war, um mit einer Wendung wie quem supra diximus darauf zurückzuweisen.