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die Rede, vielmehr spricht er ausdrücklich von einer Mehrheit von Schriftstellern, die übereinstimmend den Übertritt des Caecina in solcher Weise beurteilt haben. Des weiteren beruft sich Nissen auf die Stellung, die Plutarchs und Tacitus Gewährsmann gegenüber den„Adelscoterien“ einnehme; auf Verginius, der trotz aller Verdienste, trotz aller Lockungen und Gefahren standhaft zur Verfassung und zum Senate halte, falle auch nicht der Schatten eines Tadels, seiner persönlichen Feinde wie des Fabius Valens werde mit grosser Bitterkeit gedacht, Caecina, der unter Vespasian die höchsten Ehren bekleidete, erscheine in günstigerem Lichte als er verdiene. Sollte es noch eines Hinweises bedürfen, dafs auch in dieser Darstellung und Beurteilung insbesondere des Fabius und des Caecina der Standpunkt nicht etwa des Plinius ausschlieſslich oder vorzugsweise, sondern der seriplores, qui potiente rerum Flavia domo monimenta belli huiusce composuerunt, überhaupt zu erblicken ist? Aber Nissen geht einen Schritt weiter; er meint, die Verbindung mit Mäannern wie Verginius und Caecina und mehr noch die lokale Färbung der Erzählung lasse in dem Verfasser einen Oberitaliener erraten; auch würden in der Geschichte dieser Jahre die gallischen Provinzen mit ganz unverhältnismäſsiger Ausführlichkeit und Genauigkeit behandelt und dies erkläre sich nur unter der Voraussetzung, daſs dem Verfasser der Norden am meisten vertraut war und daſs ihn seine Informationsquellen wesentlich die gleiche Richtung wiesen. jene lokale Färbung der Erzählung zugegeben, findet sie nicht eine ausreichende Erklärung in der Annahme, daſs der Gewährsmann, dem Plutarch und Tacitus folgten, den Schauplatz der Begebenheiten aus eigner Anschauung kennen gelernt und an Ort und Stelle seine Erkundigungen eingezogen hatte? Eine Annahme, die auf Messalla, den Tacitus neben Plinius als Quelle nennt, gewiſs ebensowohl paſst wie auf diesen. Was aber die gröſsere Ausführlichkeit und Genauigkeit betrifft, mit der die gallischen Provinzen behandelt werden, so hat dieselbe ihren Hauptgrund doch darin, daſs eben diese gallischen Provinzen eine besonders wichtige Rolle im Gange der Ereignisse spielten. UÜbrigens kann eine besondere Bevorzugung der gallischen Provinzen für Plutarch gar nicht einmal behauptet werden; es muſs dahingestellt bleiben, ob in der gemeinsamen Haupt- quelle die Rüstungen und der Marsch der Vitellianer ebenso eingehend geschildert waren, wie es in den Historien der Fall ist, und ob nicht grade in diesen Abschnitten Tacitus aus einer besonderen Quelle geschöpft hat. Nissen weist schliefslich darauf hin, daſs der für Plutarch und Tacitus anzunehmende Gewährsmann die nämlichen schriftstellerischen Eigentümlichkeiten zeige wie der Verfasser der Naturgeschichte; auf der einen Seite erkenne man denselben Fleiſs und die gleiche mühsame, pedantische Gelehrsamkeit, auf der anderen Seite treffe man auch wesentlich dieselbe Darstellungsweise in den plutarchischen Biographien und in der Naturgeschichte an. Von einer mühsamen, pedantischen Gelehrsamkeit, die an die Naturgeschichte erinnerte, habe ich in den plutarchischen Biographien beim besten Willen nichts zu entdecken vermocht, wohl von einem redlichen Bemühen, den Dingen auf den Grund zu kommen und ein möglichst anschauliches und treues Abbild des behandelten Zeitabschnittes zu liefern. Dagegen scheint mir von Wert die Beobachtung, daſs die stilistische Eigenart des von Plutarch benutzten Gewährsmanns auch unter der Hülle der griechischen Wiedergabe wahrnehmbar geblieben ist oder, wie Nissen an anderer Stelle (a. O. S. 509) sagt:„daſs Plutarch weder durch rhetorische noch durch politische Neigungen bestimmt worden ist von seinem Gewährsmanne abzugehen, daſs er vielmehr als unpolitischer


