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Aufidii Bassi durch den jüngeren Plinius meint Nissen in der Anerkennung zu finden, die Verginius Rufus weniger in der taciteischen als in der plutarchischen Darstellung gezollt wird; während Tacitus(hist. I. 8) es im Ungewissen laäſst, ob Verginius die Herrschaft wirklich nicht gewollt habe, hebt Plutarch wiederholt die Ehrlichkeit seiner Absichten und die Festigkeit seiner Grundsätze hervor und knüpft an die Erwähnung der Angriffe, denen Verginius von seiten des Vinius und anderer Genossen Galbas ausgesetzt War, den schönen Gedanken an: Vinius habe damit unwissentlich dem guten Genius des Verginius in die Hände gearbeitet, der den hochverdienten Mann vor allen ferneren Drangsalen bewahren und in ein ruhiges und friedevolles Alter führen wollte.“ Diese Huldigung für Verginius hat nach Nissens Annahme der jüngere Plinius bei der UÜberarbeitung des Werkes seines Oheims seinem vaäterlichen Freunde und Vormunde dargebracht. Wenige Jahre nachher folgt Tacitus, der Verginius gleichfalls nahe gestanden hatte, und läſst von allem Glanze, den sein eigner Freund, der jüngere Plinius, um dessen Person ausgebreitet hatte, kaum soviel übrig, um die volle Aufrichtigkeit seiner Handlungsweise zuzugeben: man braucht sich dieses Verhäaltnis nur vorzustellen, um von der Unhaltbarkeit der Nissenschen Annahme überzeugt zu werden. zZu alle dem kommt noch, daſs in dem Brief- wechsel des jüngeren Plinius sich keine einzige Bemerkung findet, aus der man mit einiger Wahrscheinlichkeit auf eine frühere Thätigkeit des Schreibers auf dem Gebiete der Geschichtschreibung schliefsen könnte; die Versuche Nissens, diese mit seiner Vermutung wenig stimmende Thatsache zu erklären, sind so verfehlt, daſs sie füglich übergangen werden können.
Nicht viel besser als mit den Gründen, welche Nissen für den Anteil des jüngeren Püinius an dem Geschichtswerke seines Oheims ins Feld führt, ist es mit den Beweisen bestellt, mittels deren er dieses als Hauptquelle des Plutarch und des Tacitus zu erhärten sucht(a. O. S. 532). Wenn Nissen zunächst behauptet, Plinius sei derjenige Schriftsteller, welcher unter allen uns bekannten dem plutarch wie dem Tacitus sich am nächsten dargeboten und am besten als Grundlage für ihre Arbeiten geeignet habe, er sei der einzige, der aufser Messalla von Tacitus als Quelle citiert werde, so ist schon mit der Erwähnung des Messalla auf den Einwand hingewiesen, der alsbald gegen die Behauptung erhoben werden kann: ist in der That die Vorstellung, die sich Nissen u. a. von dem Geschichtswerke Messallas machen, so unanfechtbar, daſs dieser nicht grade so gut wie Plinius als Hauptquelle für das Jahr 69 in Betracht kommen könnte? In ähnlicher Weise erledigt sich Nissens zweiter Beweisgrund: auf Plinius passe die Bezeichnung als flavischer Geschichtschreiber vortrefflich, ob auf Cluvius und andere, bleibe höchst ungewiſs.„Wenn aber Tacitus, fährt Nissen fort, an hervorragender Stelle am Ende des zweiten Buches (II. 101 scriptores temporum, qui potiente rerum Flavia domo monimenta belli huiusce composuerunt, curam pacis et amorem reipublicae, corruptas in adulationem causas, tradidere) seinen Gegensatz gegen diese Auffassung bekundet, so gibt er damit inbetreff seiner Hauptquelle einen sehr deutlichen Fingerzeig“; ich sollte meinen, von einer Hauptquelle ist bei Tacitus keineswegs
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