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spei impatiensi den plutarchischen(Oth. 9) doxei 5 uνε aAεντςνdmσο ᷣavagpégeu Eri ποG⁴ rin ao„rhra der Sache nach vollkommen entsprechen, bleibt trotz dem Einspruch von Lange (De Tacito Plutarchi auctore, S. 19) über jeden Zweifel erhaben und ist bereits von Peter (Die Quellen Plutarchs, S. 42) erkannt worden; der Redner Secundus aber ist, wie Hirschfeld (bei Friedländer, Sittengesch. I. 170) u. a. mit groſser Wahrscheinlichkeit vermutet haben, niemand anders als der aus Tacitus Dialog wohlbekannte Julius Secundus. Sollte diese Vermutung zutreffend sein, so Wäre jedenfalls ein wertvoller Anhalt gewonnen, in welchen Kreisen wir den Gewährsmann Plutarchs zu suchen haben; soviel muss schon in diesem Zusammenhange bemerkt werden, daſs man der Natur der Sache nach jene Mitteilung des Secundus in eine Zeit zu setzen geneigt ist, die den Ereignissen selber nicht allzu fern lag. Die Richtigkeit dieser Annahme bestätigt, was Plutarch an der angeführten Stelle weiter berichtet: 6§r6Oσν(im Gegensatze zu l roëντο ιν duνπmφmνꝙεμνο e ν˙˙Oα 0) 7* daobet», das heiſst doch: von anderen Beteiligten konnte man nach der Schlacht hören, auf beiden Seiten habe sich wiederholt die Neigung bemerkbar gemacht, eine gütliche Einigung zu suchen. Es erscheine auch glaublich, so fügt der Gewährsmann Plutarchs hinzu, daſs die verständigsten unter den Soldaten sich nicht verhehlt hätten, wie thöricht es sei, um solcher Menschen wie Othos und Vitellius willen alle die Gräuel sich erneuern zu lassen, die vor Zeiten die Bürger zu ihrem eignen Schmerze um Sullas und Marius und dann um Caesars und Pompeius willen verübt und erduldet hätten. Taör' oP doν5, heifst es zum Schlufs, rouës e eεοι τον Kéνοον aloihayouενous suνade dατ˙i SAricovras ävyen udν aal νυν 2νυ5α πνdeννναμ a0l rodc neol νꝙ½αα †φ2oν,ε̈ous Sntragdyat i uãgmv. Wenn irgendwo, so zeigt sich gegenüber diesen Auseinandersetzungen Plutarchs die Abhängigkeit des Tacitus von der gleichen Quelle, die jener benutzt hat. Invenio apud quosdam auctores, sagt er(hist. II. 37), Pavore helli seu fastidio utriusque principis, quorum flagitia ac dedecus apertiore in dies fama noscebantur, dubitasse exercitus, num posito certamine vel ipsi in medium consultarent vel senatui permitterent legere imperatorem; deshalb hätten die othonianischen Feldherren zum Aufschube geraten, von denen namentlich Paulinus sich weitgehende Hoffnungen gemacht habe. Eine solche Auffassung der Dinge weist Tacitus als verkehrt zurück; möchten einige wenige in der Stille so gedacht haben, im eigentlichen Bürgerkriege gäbe es keinen Frieden als nach der Entscheidung der Waffen; diese Ansicht wird entwickelt in einem an Sallust anklingenden Rückblick auf den Gang der römischen Geschichte und insbesondere auf die Bürgerkriege der früheren Zeit unter Anführung derselben Beispiele, die Plutarch gibt, des Marius und Sulla, des Pompeius und Caesar, nur dafs aufser Pharsalus auch noch Philippi genannt wird. So wird Tacitus nicht bloſs in der Darstellung der Thatsachen, sondern auch in den daran angeschlossenen Erwägungen von der ihm gleich Plutarch vorliegenden Quelle beeinfluſst, mag er schlieſslich auch zu einem anderen Ergebnis gelangen. Vor allem indes kommt es darauf an, fest- zustellen, daſs auch in dem besprochenen Abschnitte der von beiden Schriftstellern benutzte
Vgl. auch Suet. Oth. 9 stve impatiens longioris sollicitudinis— sive impar militum ardori ugnam deposcenlium.
² Niecht ganz richtig sagt Mommsen, a. O. S. 308 Anm. 1:„Plutarch spricht(rοσ duobetr) von der verschiedenen Stimmung der othonischen Truppen, nicht von abweichenden Berichten“. Vgl. Krauss, de vitarum imp. Othonis ide guaxestiones, S. 4.


