— 15—
wahrhaften, rechtlichen und religiöſen Menſchen ſehen, der für das Gute, die Förderung und Verbreitung deſſelben gerne Opfer bringt. Laß dich von ihm immer thätig finden in dieſer Richtung, nie dem gedankenloſen Nichtsthun hin gegeben.
Halte deinen Zögling an, daß er ſeine Arbeit zeitig, ununterbrochen und tüchtig fertige, damit er deſto mehr freie Zeit zu ſeiner Dispoſition gewinne; merke aber auch, daß dieſe Zeit ſein iſt und er in den Gränzen der Sittlichkeit damit ſchalten kann, wie er will; hindere ihn nicht an ſelbſt gewählten, erlaubten Vergnügen, ſuche aber die zweckmäßigeren ihm lieb zu machen.
Dulde nicht gedankenloſes unbeſtimmtes Umhertreibenz aber merke: Hier iſt der bloße Zuruf: „Thue doch etwas, nimm dir etwas vor!“ nicht ausreichend, es bedarf der Anweiſung. Darum denke du ſelbſt in Zeiten auf zweckmäßige Beſchäftigung, Spiele ꝛc., damit du gleich Beſtimmtes vorſchlagen kannſt.
Uebertrage deinem Kinde von Zeit zu Zeit Geſchäfte, die der Gedanke ihm lieb macht, daß er da⸗ durch nützt, hilftz bei denen er ſich durch dein Ver⸗ trauen auf ſeinen guten Willen und ſeine Kraft gehoben fühlt, und fördere die in dieſer Hinſicht von ihm ſelbſt gewählten auch wenn der mit kindiſchem Sinn davon ver⸗ ſprochene Nutzen dir gering, ja lächerlich erſcheint.
Beſonders verſäume nicht, es mit ſeinen Bitten, um Hülfe und Beiſtand ſo viel möglich an ſich ſelbſt zu weiſen:— Selbſthülfe gibt Selbſtvertrauen.
Ziehe es nach ſeinen Kräften fleiſig mit herbei, wenn es gilt, dem Nothleidenden aufzuhelfen, den Bedrängten zu unterſtützen mit Rath und That:— eine geringe Beiſteuer macht den jungen Geber glücklich.


