Aufsatz 
Von der Bildung zur Selbständigkeit
Entstehung
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brav geweſen, etwas Gutes geleiſtet zu haben: es hat Freude an der guten That ſelbſt. Hier iſt mäßiges Lob am rechten Platz: verſäumt nicht, es hier und da auszuſprechen; aber verſäumt auch nicht, die guten Folgen ſeiner That, das Nützlichwerden durch dieſelbe dem Kinde zur Anſchauung zu bringen. Eine noch erfreu⸗ lichere Erſcheinung iſt die, wenn das Kind die gute That, das Rechthandeln nach der Mühe ſchätzt, nach der dabei aufgewendeten Kraft, um Herr ſeiner ſelbſt zu werden, wenn es allmählig in dieſem Gefühle ſeine Befriedigung finden lernt, auch wenn die Folgen ſei⸗ nen Wünſchen und Erwartungen nicht entſprechen. Hier, du Vater und Mutter, benützet den Ehrtrieb zum Ver⸗ ſchmerzen getäuſchter Hoffnung, zum freiwilli⸗ gen Entſagen, zum Verzichten auf das eigene Recht zu Gunſt Anderer, zum Abhärten, zu Befrei⸗ ung von der Herrſchaft der Leidenſchaft: Leckerei, Eigenſinn, Trotz, Furcht, Heftigkeit ꝛc. Mit dieſem Schritte vor⸗ und aufwärts hebt das rechte eigene Wollen an, die Bahn iſt gebrochen, die Liebe zu ſeinen Mit⸗ geſchöpfen iſt in Thätigkeit, der Sinn für Wahrhaf⸗ tigkeit und Rechtlichkeit, die Freude am Guten, am Nützlichſeyn iſt geweckt, Herz und Gemüth ſind erwacht und nehmen zu an Kraft. Die glücklichen Aeltern dürfen nun ihrem Kinde nur mit Liebe und Freundlichkeit zur Seite gehen, der rechte eigene Wille wird ſich immer erfreulicher zeigen.

. Es beginnt nun in dem jungen Menſchen die Periode des Bewuſſtſeyns ſeiner ſelbſt, des Gefühls ſeines Werthes, ſeiner Würde, mit ihm die dunkele Ahnung eines ſelbſtſtändigen Auftretens in ſeiner Umgebung, die, beſonders von dem lebhaften Kopfe, ſehr häufig falſch