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Rechenaufgaben zum Dienſtag gegeben und jeden Donnerſtag Abſchriften aus Junker's Handbuch gemeinnütziger Kenntniſſe aufgegeben, um Aufmerkſamkeit im Copiren ¹), Fertigkeit im Richtig⸗ und Feſtigkeit im Schön⸗Schreiben zu bewirken.
Moſche arbeitete 1806, wie erwähnt, folgenden Lehrplan für die nunmehr zweiclaſſige Schule aus: I. Cl. II. Cl.
Stunden. Stunden. Moral
Hebräiſch: a) Grammatik 4 1..... b) Bibel und Ueberſetzen der Gebete Deutſch: a) Grammatik... b) Leſen. c) Styl. Franzöſiſch.. Rechnen.. Geſchichte Geographie Naturgeſchichte Schönſchreiben Jüdiſch Schreiben Zeichnen.......... Singen............... 3 3 Bemerkenswerth iſt die ſcharfe Sonderung des deutſchen Unterrichts in Grammatik, Leſen, Styl und daß— was ſchlimmer iſt— der ſo zerriſſene deutſche Unterricht, gewiß ohne Moſche's Einwilligung, in derſelben Klaſſe verſchiedenen Lehrern übertragen wurde. Auf die Berufung der Lehrer(Diehl und Levy ausgenommen) nahm Moſche, wie bereits bemerkt, keinen Einfluß. Das Syſtem der Fachlehrer war durch die Natur der Verhältniſſe gegeben: für Franzöſiſch wurde Du Chatel, für Rechnen Flaſchin), für Zeichnen Böhmer“), für deutſche Calligraphie Bret⸗ tenheimer, für jüdiſche Neugaß, im Ganzen alſo für 16 Schüler 7 Lehrer angeſtellt. Freilich als Heß im October 1806 für Levy eintrat, wurde ihm zur Pflicht gemacht,„ſo viel Unter⸗ richtsſtunden zu ertheilen, als es nach den jedesmaligen Umſtänden für nothwendig befunden wird und zwar hauptſächlich in: a) Moral, b) Geſchichte, c) Naturlehre und Naturgeſchichte, d) Geo⸗ graphie, e) hebräiſche und f) deutſche Sprache, g) Verſtandesübungen und Singen, ſowie h) überhaupt was ins wiſſenſchaftliche Fach einſchlägt, zu unterrichten ⁴), allein im Weſentlichen ging man doch auf Fachlehrer aus.
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¹) Die„Copie“ ſpielt heute noch eine große Rolle in unſerer Schule!
²) In einem 1807 in der Sulamith Jahrg. I, Bd. 2, S. 136 mitgetheilten Berichte heißt es von Fla⸗ ſchin:„ein durch ſein Werk: Ueber Buchhaltung rühmlichſt bekannter Mann, der eine ganz eigene Methode im Rechnen hat, die allgemeinen Beifall findet“.
³)„Ein bekannter Maler, der lange Zeit in Rom war.“ Sulamith 1. c. Er wirkte als Lehrer an unſerer Schule bis 1830. S. Heß: Die Bürger⸗ und Realſchule ꝛc. S. 36.
4) Heß bezog dafür und für die Direction, die er mit Diehl und ſpäter mit Molitor theilte, neben freiem Logis, Holz und Licht, 550 fl. jährlich(400 fl. für Unterricht und 150 fl., weil er gewiſſe Funktionen des „Unterlehrers“ mit übernahm). Daher leſen wir auch im Intelligenzblatt vom 10. October 1809 folgende An⸗ zeige:„Dem verehrungswürdigen Publikum hat der Unterzeichnete die Ehre anzuzeigen, daß er in den Stunden, welche ſeine Berufsgeſchäfte ihm übrig laſſen, im Rechnen und Buchhalten ſowohl als in Geographie und Ge⸗ ſchichte in und außer dem Hauſe Unterricht ertheilt.
M. Heß, Oberlehrer am jüdiſchen Philanthropin(auf der Schäfergaſſe)“.


