Aufsatz 
Zur Geschichte der Schule : 1. Teil: Das Philanthropin 1804-1813 / Hermann Baerwald
Entstehung
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I. Gründung des Philanthropin. Geiſenheimer. Heß. ¹)

Als, ſo beginnt das Protokoll über die am 1. Januar 1804 abgehaltene erſte Zuſam⸗ menkunft der Gründer unſerer Schuledurch Veranlaſſung des Waiſenkindes Moſes Weintraub aus Brody in Polen, bei dem man hervorſtechende Geiſtesfähigkeiten bemerkte, eine freiwillige Subſcription ſowohl für deſſen Unterhalt, als auch Unterricht eröffnet wurde, der Sammler jener Subſcription fand, daß der Ertrag weit mehr, als zu deſſen Behuf nothwendig ſein würde, her⸗ vorbrachte, entſchloſſen wir hier Unterzeichnete uns, dieſe angefangene Wohlthat weiter zu ver⸗ breiten und mehrere arme Kinder in denen, in unſeren jetzigen Zeiten nöthigen Dingen unter⸗ richten zu laſſen und mehrere Subſcribenten zu ſammeln, conſtituirten uns ſofort unter folgender Benennung als:

Erſter Vorſteher, der Rechnungsführer ſein ſoll, wozu

Siegmund Geiſenheimer,

zweiter Vorſteher, der Caſſierer ſein ſoll, wozu

Iſaac Michael Reis, dritter Vorſteher, der Gegenſchreiber ſein ſoll, wozu

Iſaac Hirſch Stiebel, vierter Vorſteher, der Oekonom ſein ſoll, wozu

Daniel Hirſch Kulp ernannt wurden, vorbehaltlich in den folgenden Sitzungen die Pflichten eines jeden beſonders zu beſtimmen.

Vorläufig verbanden wir uns feierlich, mit vereinten Kräften und aus reiner Abſicht bloß das Gute zu befördern, dieſer Anſtalt vorzuſtehen und ſie empor zu bringen.

¹) Der folgenden Darſtellung liegen zu Grunde: 1) die im Archiv unſerer Schule aufbewahrten Sitzungs⸗ Protocolle der Vorſteher des Philanthropin, die Subſcribentenliſten, Rechnungsbücher, Contracte und ſonſtige Aktenſtücke; 2) mehrere Geiſenheimer und die Carlsſchule betreffende Akten des hieſigen Stadt⸗Archivs, deren Nachweiſung und Mittheilung ich der Güte des Herrn Stadt⸗Archivars, Profeſſor G. L. Kriegk verdanke; 3) die Programme unſerer Schule. Leider beſitzt unſere Schulbibliothek keine vollſtändige Sammlung derſelben. Um ſo größer iſt das Verdienſt des Secretärs der hieſigen israel. Gemeinde, des Herrn Elias Ullmann, der eine ſolche mit großer Sorgſamkeit im Laufe der Zeit veranſtaltet und durch mancherlei andere, für die Geſchichte der Schule werthvolle Brochüren bereichert hat. Für die Bereitwilligkeit, mit der er mir ſeine ſchätzbaren Sammlungen zur Verfügung geſtellt hat, ſowie für mancherlei Nachweiſungen aus den Akten der Gemeinde bin ich ihm zu Dank verpflichtet; 4) ſonſtige gedruckte Bücher, beſonders Heß: Die Real⸗ und Volksſchule der israel. Gemeinde. Frankf. 1857, die ich an Ort und Stelle anführe. Endlich konnte ich auch mancherlei glaubwürdige Mittheilungen älterer Zeitgenoſſen benutzen.

An diejenigen, welche ältere Programme oder ſonſtige Materialien zur Geſchichte der Schule beſitzen, ergeht hiermit die Bitte, dieſelben gefälligſt der Bibliothek reſp. dem Archiv unſerer Schule übergeben zu wollen.