Aufsatz 
Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt am Main 1804-1904. Von Direktor a.D. Dr. Hermann Baerwald und Dir. Salo Adler
Entstehung
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166 Die letzten Jahre.

körpers der Anſtalt eingenommen; ſo manche innere und äußere Einrichtung der Anſtalt war ſeiner Anregung zu verdanken, die Einführung des Handfertigkeits⸗ unterrichts an der Schule war, wie oben erwähnt, ſein Werk; ſeines eifrigen und erfolgreichen Wirkens als Direktionsgehilfe und ſtellvertretender Direktor iſt gleichfalls ſchon gedacht worden. Wie ſeinem früheren Vorgeſetzten war er auch dem neuen Leiter ein ſelbſtloſer, hingebender Berater und Sreund geworden und hatte freudig alle Maßnahmen, die eine weitere gedeihliche Entwicklung des Philanthropins bezweckten, gefördert. Auf die Schüler hatte er durch ſeine vor⸗ bildliche Perſönlichkeit wie durch ſeine große Lehrgeſchicklichkeit einen ſeltenen Hauber geübt und ſie in wohltätiger Weiſe erziehlich beeinflußt. Neben ſeiner umfangreichen amtlichen Wirkſamkeit war er unabläſſig auf ſeinem wiſſenſchaft⸗ lichen Gebiet tätig geblieben und hier namentlich durch ſeine Sorſchungen über die Slächentheorie und ſeinen eigenartigen, von ganz neuen Geſichtspunkten aus⸗ gehenden Leitfaden der Geometrie rühmlichſt bekannt geworden. Sein früher Tod er iſt nur 45 Jahre alt geworden erweckte weit über die Kreiſe der Schule hinaus ſchmerzvolles Empfinden.

Lebendiges Intereſſe für die Schule und treffliches Lehrgeſchick zeichneten auch Julius Bornſtein aus, der nach 2 jährigem treuem Wirken am 27. Dezember 1901 dem ſchweren Leiden erlag, das ihn bereits mehrere Jahre früher befallen hatte. Oſtern 1902 ſah ſich auch die pflichteifrige Lehrerin an der Mädchenſchule, SFräulein Joſephine Meier, mit Rückſicht auf ihren Geſundheitszuſtand genötigt, von der Stätte zu ſcheiden, an der ſie ihre Vor⸗ bildung empfangen und 32 Jahre lang, 22 Jahre zuſammen mit ihrer gleich⸗ geſtimmten, uns durch einen frühen Cod jüngſt entriſſenen Schweſter Sräulein Emma Meier, zu reichem Segen gewirkt hatte.

Weitere Veränderungen erfuhr das Lehrerkollegium durch die Penſionierung des Lehrers Prof. Dr. Mannheimer, des Religionslehrers Dr. Brüll und der Seichenlehrerin Sräulein Schierholz, die nach vieljähriger Tätigkeit von der Anſtalt ſchieden, um die ferneren Jahre ihres Lebens in wiſſenſchaftlicher Beſchäftigung oder wohlverdienter Ruhe zu verbringen. Wenn es trotz dieſes außergewöhnlich großen Wechſels im Lehrkörper gelungen iſt, die Siele der Anſtalt in erſprieß⸗ licher Weiſe weiter zu verfolgen, ſo ſind die günſtigen Reſultate vor allem dem Geiſt zuzuſchreiben, der in der Schule ſeit jeher geherrſcht hat, der die Mitglieder unſeres Kollegiums in gleichem Streben eng aneinander kettet und die Söglinge mit achtungsvoller Verehrung und herzlichem Vertrauen zu ihren Lehrern und Lehrerinnen aufßblicken läßt.

In den letzten Jahren iſt auch eine Erweiterung des Lehrziels der Anſtalt durch Begründung eines Sachkurſus in den Handelswiſſenſchaften verſucht worden; ſeine Einrichtung bezweckte, das praktiſche Können der Söglinge auf dem kaufmänniſchen Gebiet, dem ſich die meiſten nach dem Verlaſſen der Schule zuwenden, zu erhöhen. Dieſer Sweck kam auch in erfreulicher Weiſe in den beiden Jahren, in denen die Sachklaſſe beſtand, zur Erfüllung; der Kurſus