164 weitere Veränderungen im Lehrkörper. Die Abſchiedsfeier.
auch in der Vorſchule als trefflicher Lehrer und Erzieher der Kleinen erwieſen. — Eine fruchtbringende Tätigkeit entfaltete durch mehr als 25 Jahre Srl. Clara Siſcher; die verdiente Lehrerin iſt wenige Monate vor dem Ausſcheiden Baerwalds in den Ruheſtand getreten.
Nur kurz, aber außergewöhnlich erfolgreich war das Wirken von Emil Strauß. Strauß war aus dem Philanthropin hervorgegangen und nach beendetem Studium 1882 ſogleich als Nachfolger Zirndorfers in das Lehrerkollegium der Schule eingetreten. Reichbefähigt und arbeitsfreudig, hatte er ſich ein umfaſſendes Wiſſen ſowohl auf philoſophiſch⸗hiſtoriſchem als auf mathematiſch⸗naturwiſſenſchaftlichem Gebiet erworben und in jungen Jahren als Gelehrter wie Lehrer reiche Erfolge errungen. Seine mathematiſchen und phyſikaliſchen Arbeiten, namentlich ſein Werk über Galilei, zeigten den klaren Denker und ſelbſttätigen Sorſcher. Klar und anregend war auch ſein Unterricht, durch den er ebenſo wie durch ſeine idealgerichtete Perſönlichkeit die Schüler feſſelte und begeiſterte. Sein frühes Hinſcheiden(1892) erfüllte alle Kreiſe der Schule, vor allem Baerwald, der ſeinen Lebensgang mit väterlicher Teilnahme begleitet hatte, mit tiefem Schmerze.
Die Abſchiedsfeier.
Am 22. September 1899 vereinigten ſich Schüler und Schülerinnen, die Mitglieder des Lehrerkollegiums und des Schulrats, die Gemeindebehörden, die Direktoren der hieſigen höheren Schulen und viele Sreunde der Anſtalt in der Turnhalle zur Abſchiedsfeier für den ſcheidenden Leiter. Mit herzlichen worten gedachte zunächſt der Vorſitzende des Schulrats, Stadtrat Horkheimer, der reichen Verdienſte, die ſich Baerwald um das Philanthropin erworben hatte; der dienſtälteſte Lehrer, Profeſſor Dr. Epſtein, gab dem Danke des Lehrerkollegiums, ein Schüler der erſten Klaſſe dem der Söglinge Ausdruck; namens der Leiter der höheren Lehranſtalten ſprach der Direktor des Goethe⸗Gymnaſiums, Dr. Rein⸗ hardt, warme Worte des Abſchieds. In ſeiner Scheiderede dankte zunächſt Baerwald für alle die Kundgebungen des Wohlwollens, der Sreundſchaft und Liebe, alsdann ſchilderte er in kurzen Sügen die geſchichtliche Entwickelung der Schule und ihre Bedeutung für die Gemeinde und die Geſamtheit; mit tief⸗ empfundenen Worten erflehte er am Schluſſe den Segen Gottes für die Schule und die Schulgemeinde.— Nlit dieſer Seier hat indes die Tätigkeit Baerwalds für ſein Lebenswerk keineswegs ihren Abſchluß gefunden; der Wunſch und die Hoffnung, die der Vertreter des Schulrats in ſeiner Rede ausgeſprochen hatte, daß die Schule ſich auch weiter ſeines teilnahmsvollen Intereſſes zu erfreuen haben möge, hat ſich in den 4 Jahren, die ſeither verfloſſen ſind, zum Segen der Anſtalt in reichem Maße erfüllt.
Die letzten Jahre.
Bis zum Amtsantritt des neuen Direktors wurde der bisherige Direktions⸗ gehilfe vom Schulrat mit der Leitung der Schule betraut, und länger als ein halbes Jahr hatte Oberlehrer Dr. Dobriner dieſe verantwortungsreiche Stellung


