6 Einleitung.
mit dem Plane, eine Schule zu gründen. Es beſtanden ohne Zweifel Beziehungen zwiſchen ihm, Ifrael Jacobſon, dem Gründer der Seeſener Schule, und deren erſtem Leiter Schottländer, ſpäter Hofrat Schott.
Wie das Bildungsbedürfnis der hieſigen Juden ſich um die Jahrhundert⸗ wende ſteigerte, ſieht man auch daraus daß von 1789 bis 1799 im ganzen ſechs, dagegen von 1800 bis 1803 neunundzwanzig jüdiſche Schüler in das hieſige Gymnaſium eintraten. Von Januar 1804 bis Januar 1807 wurden dreizehn jüdiſche Knaben in die Jacobſonſchule nach Seeſen geſchickt, dann verbot die neue Stättigkeit das Verſchicken jüdiſcher Knaben in auswärtige Schulen. Bei der Eröffnung der Muſterſchule 1803 traten gleich 22 jüdiſche Schüler in ſie ein; es war dies der vierte Teil der geſamten Schülerzahl.*)
Viele Juden hielten ſich Hauslehrer, ſo war Jakob Sachs aus Guttentag in Oberſchleſien Lehrer in dem Hauſe von Jakob Baruch, dem Vater Börnes; im Hauſe Meyer Amſchel Rothſchild war Erzieher Michael Heß, der ſpätere Oberlehrer am Philanthropin.
So fehlte es den bemittelten Juden hier nicht an Gelegenheit, ihren Kindern einen zeitgemäßen Schulunterricht geben zu laſſen, dagegen fehlte es an einer Schule für Arme und weniger Begüterte. Die Gründung einer ſolchen war das Werk Siegmund Geiſenheimers.
*) Sriedrich Eiſelen, Seſchichte des deutſchen Schulweſens in Srankfurt a. M. 1880. S. 62 ff.


