Aufsatz 
Zur französischen Orthoepie, mit besonderer Berücksichtigung schwebender Fragen
Entstehung
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naſſauiſche Land mit dem preußiſchen Staate vereinigt wurde, in die Reihe der preußiſchen Gymnaſien. Dieſe Veränderung wird indeſſen auf ſeine innere Organiſation einen weſentlichen Einfluß vorausſichtlich nicht ausüben, da ſich ſchon ſeit geraumer Zeit die naſſauiſchen Gym⸗ naſien, wie mehr oder weniger ſehr viele des übrigen Deutſchlands, den Prinzipien der preußiſchen Gymnaſien gemäß in ihrem innern Leben ausgebildet hatten. Ohne Zweifel wird daher unſere Anſtalt ſich ungeſtört fortentwickeln dürfen und ſich des Schutzes und der Förderung der preußiſchen Staatsregierung zu erfreuen haben, die überhaupt den Gymnaſien mit großer Liebe ihre Fürſorge zuwendet. Wie alſo die Anſtalt mit Dankbarkeit und Verehrung auf ihren Stifter und Förderer, den Herzog Adolf, zurückſchaut, ſo ſieht ſie auch der Zukunft mit dem feſten Vertrauen entgegen, daß ſie in ihren Beſtrebungen, für die heilige Sache der Wiſſeenſchaft, der Religion und der Sittlichkeit in ihrem Kreiſe thätig zu ſein, die wirkſamſte Unterſtützung finden werde.

Mit beſonderen Gefühlen des Dankes muß hier eines Beweiſes der Fürſorge der preußiſchen Staatsregierung, deren ſich unſer Gymnaſium mit mehreren anderen Schulen des Landes zu erfreuen hatte, erwähnt werden. Am 28. October nämlich traf der Geheime Oberregierungs⸗ rath und vortragende Rath im Miniſterium der geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medicinal⸗Ange⸗ legenheiten, Herr Dr. Wieſe, in Hadamar ein. Derſelbe nahm die Räumlichkeiten des Gym⸗ naſiums und des mit demſelben in Verbindung ſtehenden biſchöflichen Convicts in Augen⸗ ſchein und zog über verſchiedene innere und äußere Angelegenheiten des Gymnaſiums Erkun⸗ digungen ein, indem er für dasſelbe das freundlichſte Intereſſe zeigte. Bald darauf wurden auch die von dem hieſigen Gymnaſium ausgeſtellten Maturitätszeugniſſe als den von den alt⸗ preußiſchen Gymnaſien ertheilten Zeugniſſen der Reife gleichlautend anerkannt.

Zur Eröffnung des neuen Schuljahres wurden am 14. April die Aufnahme⸗ prüfungen der angemeldeten Schüler vorgenommen. Die Zahl derſelben betrug 43, von welchen 19 in VII, 4 in VI, 8 in IV, 6 in III, 6 in IIb aufgenommen wurden. Am folgenden Tage fand die Eröffnung ſelbſt mit einem feierlichen Gottesdienſt in den Kirchen beider Con⸗ feſſionen und der Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula des Gymnaſiums ſtatt. Hierbei wurde der Profeſſor Müller eingeführt.

Die Pfingſtferien dauerten vom 19. bis zum 28. Mai.

Der Geburtstag Seiner Hoheit des Herzogs Adolf wurde am 24. Juli in ernſter, den gewaltigen Ereigniſſen jener Tage entſprechender Weiſe, mit Declamationen, Vorträgen und muſikaliſchen Aufführungen, welche der Director durch Feſtworte einleitete, begangen.

Am 10. und 11. September wurden die vorgeſchriebenen, nicht öffentlichen Herbſtprüfungen vorgenommen und es begannen danach die Herbſtferien, welche bis zum 9. October dauerten.

Am 10. October fand die Prüfung der neuangemeldeten 5 Schüler ſtatt, von welchen 1 in VI, 2 in V, 1 in IV, 1 in IIb aufgenommen wurde und Tags darauf wurde das Winter⸗ ſemeſter in der hergebrachten Weiſe feierlich eröffnet.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. December bis zum 2. Januar.

Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs Wilhelm wurde am 22. März mit einer Feier in den Kirchen beider Confeſſionen und ſodann durch einen Redeactus in der feſtlich geſchmückten Aula des Gymnaſiums nach folgendem Programm begangen: 1)Der Einzige, Motette von Rink. Gemiſchter Chor. 2)Derfflinger, Vortrag des Oberprimaners Hermann Offenbach. 3)Ziethen, von Sallet, vorgetragen von dem Septimaner Peter Wagner. 4)Das Vaterland, von Schenkendorf, vorgetragen von dem Quintaner Heinrich Dillmann.