6.— als conſonantiſch anlautend betrachtet und behandelt werden. Man ſpreche daher: le héros, les harengs, des haricots, wie le éro, les aran, des arico ohne s herüber zu ſchleifen. Vor dem Worte onze wird der Artikel ebenfalls nicht apoſtrophirt; ferner bei le huit und le cui et le non. Im Innern der Wörter bleibt das h eines aſpirirten Stammes gehaucht, wie in rehausser, enhardir, aber nicht in souhaiter ¹).
Conſonantlaute.
Die Conſonantlaute koͤnnen in Bezug auf die Mundorgane, welche dieſelben hervor⸗ bringen, in Lippen⸗, Zahn⸗, Zungen⸗, Gaumen⸗ und Kehllaute eingetheikt werden; da jedoch faſt keiner durch eines dieſer Organe allein hervorgebracht wird, ſondern vielmehr deren Enſtehung faſt durchaus, vielleicht mit der einzigen Ausnahme von m, b, p eine gemiſchte iſt, ſo dürfte folgende Reihenfolge die richtige ſein.
1) Lippenlaute: m, b, p. Beiſp. Maman, bonbon, Papa.
2) Lippen⸗ und Zahnlaute: v, f, ph. Beiſp. Ver, faire, philosophe.
3) Zungen⸗ und Gaumenlaute: I, n, r. Beiſp. loi, nom, roi.
4) Zahn⸗ und Zungenlaute: d, t; Ziſchlaute: s, 2, ch, j. Beiſp. dater, tarder;
saison, action, zèle, chemin, jardin, géne.
5) Kehllaute: qu, gu. Beiſp. quatre, cacao, guénon 2²).
Mehrere dieſer Lautzeichen haben, je nach ihrer Stellung im Worte, eine verſchiedene Geltung, indem ſie bald härtere, bald weichere Laute darſtellen.
1) Die drei Lippenlaute m, b, p ſind im Anlaute ganz dieſelben, wie im Deutſchen: Mère, boule, papier. Am Ende der Wörter ſind ſie meiſtens nur orthographiſch und lauten gar nicht: faim, plomb, drap.
B lautet hart wie p vor dem ſcharfen s in absurde, obsèques.
2) Sowie im Deutſchen w in wahr und f in fahren oder v in Vater nur zwei Abſtufungen deſſelben Lautes ſind, ſo auch im Franzöſiſchen v und f oder ph in ver, faire, phrase..
3) Ebenſo ſtellen!, n, r im Anlaute dieſelben Laute dar, wie die entſprechenden deutſchen: loi, noir, roi; ebenfalls im Auslaute l und x, wie mortel, Bazar, finir. Zu dieſen einfachen Lauten haben ſich aber in den romaniſchen Sprachen, beſonders im Spaniſchen,
zwei weiche, geſchleifte Laute gebildet, welche in den beiden ſpaniſchen Wörtern Sevilla und senor vorkommen ³). Dieſe Laute nennen die Franzoſen Consonnes mouillées und bezeichnen ſie mit ill und gn. Bei dem erſten dieſer Laute iſt wohl zu bemerken, daß das i von ü erſt nach ll als jod zu hören iſt, daher niemals mit einem davor⸗ tretenden o, a oder u zu einem Mittel⸗ oder Doppellaute, ai, oi, ui zuſammengezogen werden darf. Bataille, oille, cuiller, lauten daher ba-ta-lj, ol-Ij, kü · ljär.
1) Ausführlicher im Antibarbarus der franzöſ. Sprache(Frankfurt. Brönner) bei dem Artikel H und im Anhange, wo man das vollſtändige Verzeichniß der als gehaucht geltenden Wörter findet.
2) Diez ſtellt folgende Reihenfolge auf: p b f v mz o(ch, d) g j h, t th.
3) Dieſer Laut entſtand im Spaniſchen hauptſächlich aus einer muta eum liquida, welche auch die Italiener erweicht haben; aus clamare wurde Ilamare, it: chiamare; aus planus Ilano it. piano, wie fiore aus flos; pib aus plus. In ſpaniſchen Lehrbüchern wird er mit ¹j bezeichnet. 21


