Sowie der Olaut drei Abſtufungen hat, welche denſelben mehr dem a oder u nähern, ſo verhält es ſich auch mit E, deſſen Laut entweder dem e in Reh oder dem ä in Bär gleicht. Dieſe verſchiedene Höhe des Lautes wird bedingt: a) durch Conſonanten, b) durch aufgeſetzte Lautzeichen(accents), welche meiſt ausgefallene Conſonanten erſetzen. Der reine Elaut, wie in Reh, wird bezeichnet durch: 6, Beiſpiel: révéré, café, thé, dégénéré, mérite, impérial; 6e,„ Protée, menée, gelée(nur länger als die obigen).
. avez, vannez, chez, sortez;
er,„ portier, rosier, berger und ſämmtliche Infinitivendungen der erſten Conjugation;
„ clef;
ers,„ volontiers;
ed,„ bled, pied;
8t.„ et(und). Bei allen dieſen Woͤrtern ſind ſämmtliche Endconſonanten lautlos ¹).
ex anlautend vor Vocalen, wie examiner, exécuter, exiger.
Einen Mittellaut zwiſchen 6 und è enthalten folgende Verbalformen, welche Pariſer Gram⸗
matiker ohne Weiteres mit é bezeichnen; 1) parlerai, finirai etc. ²), 2) parlai, aimai etc., 3) ai,(im Umgang auch wohl sais).
Bei dieſen Wörtern lautet ai im Munde eines Nordfranzoſen wie ä in Bär ¹), bei dem gemeinen Volke in Paris, wie e in Thee; auch hier wie bei vielen fraglichen Punkten, liegt das Richtige in der Mitte. Ebenſo verhält es ſich mit ai in aimer, maison, raison, raisin, saison, wo die auf ai folgende Sylbe den Ton erhält.
Der Alaut, wie in Bär kommt vor:
a) in Wörtern wie père, more, 2dle, fidèle(nicht wie in dem Studentenausdruck afidel“), wo das e am Ende lautlos iſt; desgleichen im Auslaute enne, wie antenne, mienne, EIbi. Ardennes; b) aceès, prooès, succès, wo die lateiniſche Endung sus ausgefallen iſt; ¹) in den Zeitformen es, est, ferner in mes, tes, ses, ces, les, des, legs, bonnet, respect, mets und ähnlichen mit lautloſen Endconſonanten;
1) In et und, ſogar in der erſten Sylbe von étais, ſowie bei Wörtern wie métier, hört man im Norden ein deutliches d, was freilich nur provinciell iſt; dagegen ſpricht ein Pariſer das ai in laitier, gai, geai und quai (welches Péschier mit é bezeichnet) wie 6. Aus einer ſolchen unreinen Quelle muß die Bezeichnung der Madame Dupuis ſtammen, nach welcher das zweite é in célébrant, élévation préférer, gar das erſte E in vérité und E in''6tais dem d ähnlich zu ſprechen wäre. Nach welchem Geſetze will man aber erklären, daß in den Wörtern belliqueux, testament, quelconque, effacer, esclave ein geſchloſſenes é gehört werde, wenn nicht in einer Eigenheit der Pariſer Gegend?
2) Hierfür würde die von Lesaint(p. 16) gebrauchte Bezeichnung: d ouvert moyen, presque fermé, vor⸗ trefflich paſſen. Wahr iſt es, daß die Dichter noch, doch ſeltener als im 17. Jahrhunderte, parlai, dirai u. a. m. mit bonté, vérité, reimen laſſen, jedoch würde niemand mehr, wie in den alten Ausgaben von Voltaire's Tancrède zu leſen iſt: Oà portaisje(für porté-je) veillai-je(für veillé- je) ſchreiben, weil man erkannt hat, daß nur im Munde eines Pariſers dieſe Laute gleich ſind.
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