2 ahmung jenes hellen Lautes(gleich dem engl. fat) ihre Gefahr, indem ſie im Munde des Ungeübten leicht in Affectation ausartet. Noch weniger iſt die Trübung dieſes Lautes nach o anzuempfehlen, welche der niedern Claſſe des Pariſer Volkes in gewiſſen Wörtern, wie in paäille, Versdilles(gleich dem tiefen Schaaf der Göttinger Gegend) eigen iſt.
I und y ſind dem deutſchen i vollkommen gleich. Man ſehe übrigens bei y.
U ſtellt den deutſchen Umlaut ü dar, wie perdu, vu, su, futur; um den Ulaut zu bezeichnen, muß der e Fimanſe ſe dem 55 ein 9 vorſeben; Ruckut muß daher coucou geſchrieben werden; ſo tour, mourir, toujours. 7
Anmerk, In den vergangenen Zeitformen von avoir(eu, eus), lautet eu wie u⸗
Der Olaut, welcher die Mitte zwiſchen a und u hält, hat drei Hauptabſtufungen, deren jede durch die Stellung modifizirt wird.
Die erſte Stufe, welche dem reinen o in Loos entſpricht, iſt hörbar in Po, pot, lot, mict, repos, sabot, pots, sabots, wo ſämmtliche Endeonſonanten lautlos ſind.
Die zweite Stufe, gleich dem hellen o in Rolle, Roß, findet ſich in Wörtern, wo dieſer Buchſtabe vor hörbaren Conſonanten ſteht, als: rose(nicht Rohſe) rosse, fosse, note, homme, noble, octobre, port, or, porte, butor.
Anmerk. Bei lateiniſchen Wörtern auf um lautet à wie o, ſo Deum, album, mecum.
Die dritte, ſehr offene Stufe(aus dem Altnormänniſchen herſtammend) nähert ſich noch mehr dem a und wird durch au, auch eau dargeſtellt: haut, faut, bateau, vaisscau; länger in eau, beau, travaux ¹).
Dieſer Laut verliert an ſeiner Fülle, nicht an ſeiner Höhe, ſo oft er vor ſtärker betonten Sylben ſteht, wie in auberge, aurons, augmenter, laurier, auguste.
Der dem Norddeutſchen wohlbekannte, in den Rheingegenden aber ſehr vernachläſſigte Miſchlaut ö herrſcht, ſowie ü, in der jetzigen Sprache der Franzoſen hauptſächlich vor und hat zwei verſchiedene Abſtufungen.
Die erſte, tiefere Stufe, wie in blöde, wird dargeſtellt 1) durch eu oder œu, wie in feu, bleu, vœu; deutlicher noch, wenn ein lautloſer Endconſonant
hinzutritt, wie in creux, deux, feux, adieux.
Auch dieſer Laut verliert vor betonten Sylben an ſeiner Fülle, wie in jeudi,
Eugène, Europe, creuser.
2) durch das bloße e in den einſylbigen Wörtchen de, le, me, ne, se, que, te, ferner in den unaccentuirten Vorſylben re- und de-, wie in releva, degrés woraus erhellt, daß das bloße e nie den reinen Elaut darſtellt; am Ende mehrſylbiger Wörter iſt e gänzlich autlos, bei Verſen jedoch nicht werthlos. Die hellere, höhere Stufe, wie in ſtörriſch, öffnen, findet ſich in allen Sylben, wo auf eu oder crn ein hörbarer Conſonant folgt, wie in neuf, seul, ardeur, creuse, Meuse, mœurs, wo alle Conſonanten hörbar ſind; desgleichen in ciil, ſowie in Wörtern wie accueil, recueil, orgueil(ölj), deren eigenthuͤm⸗ liche Orthographie dadurch veranlaßt wurde, daß ohne u das c oder g vor eu nicht ein Kehllaut, ſondern ein Ziſchlaut, gleich dem s in seuih oder dem j in jeu darſtellen würde.
1) Höchſt auffällig iſt bei Lesaint(p. 3.) die Angabe, daß in bateau, chapeau und apôtre, gar(p. 5) 4n shose, saule, autre der tieſe Laut des o in pot, aéro gehört werdez daſſelbe gilt von nos, vos, deren tiefe Aus⸗ ſprache, wie in mot, füglich nur als pariſiſch bezeichnet werden muß.


