Aufsatz 
Über den Spielmann im Nibelungenliede
Entstehung
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Man gesach nie videlaere hèrlichen stän,

alsé der degen Volkéèr hiute hat getän:

die sinen leyche hellent durch helm unt durch den rant:

ja sol er riten guotiu ros unt tragen hêrlich gewant.(307, 6. 7.)

In all diesen Stellen erscheint Volker als Held, dessen Tapferkeit und Stärke die Feinde fürchten, seine Freunde bewundern: er ſicht wie ein wilder Eber. Aber er ist auch wieder nur ein Spielmann, und wenn Hagen Geld, Rosse und herrliche Kleider nennt, womit Volker reichlich beschenkt zu werden verdiene. so spielt er auf das Gewerbe fahrender Leute an, die um solche Gaben bei festlichen Gelegenheiten dienten. Die in diesem Gegensatze liegende Ironie kommt auch in den Vergleichen von Volkers Schwerte mit einem Fiedelbogen, seiner Schwertschläge mit Geigentönen als schneidender Heldenscherz, wie ihn unsere alten Lieder lieben, zum vollen Ausdruck.

Als es im Saale drinnen nichts mehr zu tun gibt, treten Volker und Hagen vor die Türe, lehnen sich übermütig über ihre Schilde, verhöhnen die Hunnen nnd spotten ihrer Feigheit.(308 ff.) Kriemhilde verspricht Etzels Schild dem mit Gold zu füllen, der ihr Hagens Haupt bringe. Jetzt treten die fremden Helden, die sich an Etzels Hofe aufhalten, die Dänen und Thüringer, in den Kampf: der Markgraf Iring von Dänemark rennt nacheinander Hagen, Volker und die drei burgundischen Könige an; zu- letzt wird er von Hagen getötet; auch seine Freunde werden, als sie ihn rächen wollen, von den grimmigen Burgunden erschlagen, die besten unter ihnen: Hawart von Hagens, Irnfrid von Thüringen von Volkers Hand.(311 ffl.) Der Abend ist wieder hereingebrochen und die kampfes- müden Helden legen die Schilde ab um auszuruhen; nur Volker und Hagen bleiben gewaffnet, ihre Herren zu schützen. Die Könige versuchen noch, Sühne zu erlangen; da aber ihre Schwester die Auslieferung Hagens verlangt, erklären sie einmütig in Treue mit ihm auszuharren und zu sterben. Da lässt die entsetzliche Königin die Burgunden in den Saal treiben und diesen an vier Ecken anzünden. Die eingeschlossenen und von Hitze, Rauch und Durst geplagten Helden stehen an den Stein- wänden des Saales, decken sich mit den Schilden gegen die herabfallen- den Trümmer und löschen auf Hagens Rat ihren brennenden Durst mit dem Blute der Erschlagenen. Am Morgen sind ihrer zu Kriemhildens Erstaunen noch sechshundert übrig. Es beginnt ihr letzter Tag. Der edle Rüediger wird von Etzel aufgefordert, die Gäste zu bekämpfen. Nach- dem er selbst den schwersten inneren Kampf zwischen den Pflichten der Freundestreue und den des bindenden Eides gekämpft, zieht er mit seiner Schar gegen seine Freunde, die Burgunden, heran. Hagen und Volker geloben, ihn im Streite nicht zu berühren(337, 1, 3.); dieser,