1 in der Mutter Schoss fällt; mit einem zweiten fällt er den Wärter („magezogen“) des Kindes und mit einem dritten schlägt er Werbel, dem hunnischen Spielmann, der als Kriemhildens Bote die Burgunden in's Hunnenland geladen, die rechte Hand ab.— Wütend erhebt sich auch Volker zum Kampfe mit den Hunnen:—
sin videlboge im lüte an siner hende erklanc.
dô videlte ungefüege der künege spilman.(301, 6.)
er begunde videlende durch den palas gan,
ein scharpfez swert im dicke an siner hende erklanc.(303, 2.)
Er stellt sich zu Danewart an die Saaltüre und während dieser die von aussen Kommenden abwehrt, lässt jener von innen keinen heraus (303, 4. 5.) mit Ausnahme Etzels, Kriemhildens, Rüedigers und Diet- richs mit seinen Mannen, welch letzterer Waffenstillstand begehrt hat; die Mannen Etzels werden alle erschlagen und ihre Leichname vor die Türe geworfen. Im Kampfe hat besonders Volker sich als furchtbaren Gegner gezeigt und unter den Hunnen aufgeräumt; der Hunnenkönig sieht wehklagend seinem blutigen Treiben zu:
„Ach wô der hôchgezite:
da vihtet einer inne, der heizet Volkér,
alsam ein eber wilde, unt ist ein spilman:
ich dankes mime heile, daz ich dem valande entran.
Sine leyche lútent übele, sine züge die sint rôt:
ja vellent sine doene vil manegen helt tôt.
ine weiz niht waz uns wize der selbe spilman,
wan ich gast neheinen nie sô leiden gewan“.(306, 6. 7.)
König Gunther betrachtet mit Behagen seinen tapferen Vasallen und wendet sich scherzend an Hagen:
„Hoert ir die doene, Hagene, die dort Volkèr mit den Hiunen videlet, swer gegen der tür güt? ez ist ein rôter anstrich, den er zem videlbogen hât“.(307, 4.)
Und Hagen reut es ohne Massen, dass er je über dem Spielmann ge- sessen, den er jetzt so herrlich kämpfen sieht; er ist stolz auf seine Freundschaft mit Volker(307, 5.) und spricht zum Könige:
„Nu schowe, künec Gunther, Volkêr ist dir holt: er dienet willecliche din silber unt din golt.
sin videlboge im snidet durch den herten stäl: er brichet uf den helmen diu liehte schinenden mal.


