Aufsatz 
Über den Spielmann im Nibelungenliede
Entstehung
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Rüediger und seiner Familie entrollt, kurz vor dem grässlichen Unter- gange, den all! die Helden finden sollen, die in Pechlarn in Friede und Freude versammelt sind. Ahnungsvoll ergreifen uns darum die Ab- schiedstöne, welche Volker seiner Geige entlockt.

Die Scharen ziehen weiter, in's Hunnenland, ihrem unabwendbaren Verhängnisse entgegen. Dietrich von Bern empfängt sie, nachdem sie die Marken überschritten und macht sie auf die drohende Gefahr aufmerksam: alle Morgen erhebe Etzels Gattin zu Gott im Himmel laute Jammer- klage um ihren gemordeten Siegfried.(264, 4.)Es ist nicht mehr zu ändern, entgegnet der kühne Fiedler,lasst uns hinreiten an Etzels Hof und erwarten, was uns bei den Hunnen geschehen soll.(264, 5.) Nachdem die Burgunden in der Etzelsburg eingezogen, findet Hagen in Volker seinen Heergesellen und die von nun an fest verbundene Helden- kraft dieser beiden kühnsten und gewaltigsten Recken der Nibelungen ist langehin der mächtigste Schutz und Beistand für alle andern.

Trotzend gehen sie zwei allein über den Hof und setzen sich Kriem- hildens Saale gegenüber auf eine Bank, wo sie gleich wilden Tieren von den Hunnen angegafft werden.(269, 2. 3. 4.) Als Kriemhilde ihren Tod- feind gesehen, fleht sie unter Trähnen ihre Getreuen um Rache an für das Leid, das sie von Hagen erduldet. An der Spitze von sechzig Hun- nen, die sich gewaffnet haben, Hagen und Volker zu pestehen, steigt sie, die Krone auf dem Haupte, in den Hof herab, um Hagen selbst zum Geständnis seiner Mordtat zu bewegen. Dieser, von Volker auf die nahende Schar aufmerksam gemacht, meint zornig, er wisse wohl, dass dies alles ihm allein gelte, aber vor denen da werde er noch unversehrt in die Heimat. zurückreiten. Er fragt den kühnen Genossen, ob er ihm im Kampfe mit Kriemhildens Mannen beistehen werde, so wie auch er ihn nie verlassen würde?Ich helfe Euch sicherlich, entgegnet Volker,und wenn der König mit all seinen Recken uns entgegen zöge, so lange ich lebe, weiche ich keinen Fuss breit von Eurer Seite!Gott im Himmel möge es Euch lohnen, edler Volker, erwidert Hagen hierauf,wenn Ihr mir helfen wollt, wes bedarf ich dann mehr? Beide weichen von nun an nicht mehr von einander, sondern stehen treu zusammen in Kampf und Nor.(270, 271.)

Dieser treue Freundesbund wirkt wohltuend und versöhnend auf unser Gemüt und der wilde, gewalttätige Hagen erscheint in Verbindung mit dem edlen treugesinnten Spielmann von nun an in wesentlich milderem Lichte.

Volker meint, man solle vor Kriemhilden aufstehen, sie sei doch eine Königin(272, 1.); doch Hagen bleibt trotzig sitzen und legt zum Hohn, eben als die Königin herantritt, Siegfrieds Schwert, den sagenbe- rühmten Balmung, über seine Kniee, während Volkereinen videlbogen