Aufsatz 
Über den Spielmann im Nibelungenliede
Entstehung
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11.

Nachdem die Donau übersetzt und das rechte Ufer des Stromes gewon- nen ist, bietet sich Volker, der unterwegs sich enger an Hagen ange- schlossen(swaz ie begunde Hagne, daz düht den videlaere guot 241, 7.), zum Wegweiser durch das fremde Land an(243, 1.), wo ihm Strassen und Wege bekannt sind(244, 4.); das Gesinde wird ihm anvertraut, er waffnet sich und bindet ein rotes Feldzeichen auf eine Stange(244, 5), welche er dem Zuge voranträgt(248, 4). Nach hartem Kampfe mit dem Baiernfürsten Gelfrat kommen die Helden nach Pechlarn, wo Volker dem edlen Markgrafen Rüediger seinen Gruss entbietet(251,6) und von diesem wie- der begrüsst wird(253. 3), Von der Markgräfin Götlinde und ihrer Tochter Dietlinde wird unter den sechs vornehmsten Gästen auch Volker mit Kuss empfangen und dabei namentlich bemerkt, dass ihm solche Ehre als Helden widerfahren sei: si kuste ouch(Dancwarten), dar näch den spilman: durch sines libes ellen wart im daz grüezen getän.(254, 7)

Drinnen beim fröhlichen Mahle ist Volker gleich andern Spielleuten voll kurzweiliger Sprüche und führt launige Reden: Wenn er ein König wäre, würde er um des Markgrafen schöne Tochter freien, die so minnig- lich zu schauen, so edel und so gut sei.(255, 7.) Nachdem die von dem heiteren Spielmann auf diese Weise eingeleitete Verlobung Dietlin- dens mit dem jüngsten der königlichen Brüder, Giselher, unter freudiger Zustimmung aller Anwesenden geschlossen ist, wird vor dem Aufbruche noch jeder reichlich beschenkt; dann nehmen die Burgunden Abschied von der gastlichen Burg des österreichischen Markgrafen. Da erscheint Volker wieder als echter Spielmann, der zum Dank und Abschied der Hausfrau süsse Töne vorspielt und ihr seine Lieder singt, dafür auch sechs Goldringe empfängt, die er am fernen Königshofe tragen soll:

Volkèr der snelle mit siner videlen dan

kom gezogenliche für Götelinde stan.

er videlt süeze döne unt sanc ir siniu liet:

da mite nam er urloup, er von Becheldren schiet.

Ir hiez diu maregravinne eine lade tragen.

von vriuntlicher gbe muget ir nu hoeren sagen.

dar üz si nam sehs pouge, unt spiens im an die hant: die sult ir füeren, Volkéèr, von mir in der Hiunen lant.

Unt sult durch minen willen si da ze hove tragen, swenne ir wider wendet, daz man mir müge sagen, wie ir mir habt gedienet da zer hêèchgezit'.(260, 4. 5. 6.)

Es ist ein ergreifendes Bild, das der Dichter mit tiefem Gefühl von dem Autfenthalte der Burgunden bei dem treuen, offenen und edlen