Aufsatz 
Schluss des alten und Eröffnung des neuen Gymnasiums in Elbing / von Oberlehrer Anger
Entstehung
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XIII

V. Lehrapparat.

Die Lehrer- und Schülerbibliothek des Gymnasiums, welche im Jahre 1847 gegründet und seitdem zu beträchtlicher Anzahl der Bände angeschwollen, sich noch immer in dem primärsten Zustande der Verwaltung befand, bedurfte einer radicalen Neuordnung. Es han- delte sich um nichts weniger, als diese beiden Bibliotheken, welche nun in zwei abgesonderten Räumen aufgestellt werden sollten, sachlich zu sondern, nach den Fächern zu ordnen, jedes Buch mit Fach und Nummer zu bezeichnen und einen neuen Sachkatalog anzulegen. Dabei mussten einige Tausend ganz zerlesene, antiquirte oder sonst völlig unbrauchbare Bände aus- gesondert und beseitigt werden. Nach Monate langer Arbeit zeigte sich dann, dass die beiden Bibliotheken zusammen gegen 5500, die Lehrerbibliothek etwa 3000, die Schülerbibliothek etwa 2500 Bände zählten. Die Sammlung von Landkarten(meistens Wandkarten) beläuft sich auf nahezu 100 Nummern. Dazu kommt eine nun ebenfalls bis zum letzten Jahrgange zugänglich gemachte sehr umfangreiche Sammlung von Schulprogrammen. Nach Herstellung der Neu- ordnung aller dieser Sammlungen erhielt der Bibliothekar eine ausführliche Instruction für die fernere Verwaltung. Für zweckmässige Aufstellung des physikalischen Apparates in den neuen Räumen sorgte Professor Mehler, für angemessene Aufstellung der naturhistorischen Sammlungen die Collegen Capeller und Momber; die Neuordnung der Musicalien hat Can- tor Karstenn in Angriff genommen. Neuanschaffungen für alle diese Sammlungen waren nur in sehr beschränktem Maasse möglich, da die etatsmässigen Mittel durch Reparaturen und Einrichtungskosten grossentheils verschlungen wurden.

Dagegen ist das Gymnasium durch verschiedene Schenkungen erfreut. Es erhielt von dem königl. Ministerium der Unterrichts-Angelegenheiten die Fortsetzungen von Steinmeyer's Zeitschrift für deutsches Alterthum Bd. XIV Heft 2. 3, Bd. XV Heft 1. 2, ferner von Gröbers Zeitschrift für Romanische Philologie Supplementheft IV von dem Bureau of Education zu Washington Circulars of Information 1880 Nr. 5 7, 1881 Nr. 1 4 etc. von dem Ver- lagsbuchhändler Ferdinand Beyer, welcher dem Gymnasium in den Jahren 1830 1838 ange- hört hatte, bei Gelegenheit der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes je ein Exemplar derjenigen Bücher und Schriften, welche während seiner buchhändlerischen Thätigkeit in seinem Verlage, wenn auch unter verschiedenen Firmen, erschienen sind, im Ganzen 61 Bände, darunter z. B. die neuen Preussischen Provinzialblätter von 1846 1866 39 Bde. von G. Schneide- mühl in Hannover, ebenfalls einem ehemaligen Schüler des Gymnasii, die Skelette eines Pferde- und eines Rindviehschädels. Für alle diese Zuwendungen statte ich hierdurch Namens des Gymnasii den verbindlichsten Dank ab.

Ein besonders schätzenswerthes Besitzthum des Gymnasiums ist eine Sammlung von etwa 100 Kupferstichen, welche demselben im Jahre 1822(vgl. das Programm von 1822 S. 14) zur Ausschmückung des Versammlungssaales geschenkt sind. Man hatte sie bei Gelegenheit einer Erneuerung dieses Saales im Jahre 1845 von dort entfernen müssen und dann vorge- zogen, sie in der Zeichenklasse unterzubringen, später aber wegen anderweitiger Verwendung dieser Klasse in verschiedene Räume vertheilt. Zunehmende Verlegenheiten brachten es dahin,