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23. September, zugleich im Auftrage des königlichen Provinzial-Schulcollegiums, den wohlver- dienten Dank für den eifrigen Betrieb des Gesangunterrichtes aus. In seine Stelle wurde Theodor Karstenn zum Cantor der Marienkirche erwählt, der auch wieder den Gesang- unterricht bei dem Gymnasium übernahm, während die Schreibstunden dem Collegen Capeller übergeben wurden. Er ist geboren zu Lützenburg in Holstein am 12. März 1855, besuchte das Gymnasium zu Kiel und studirte, nachdem er hier am 18. September 1877 das Maturi- tätszeugniss erworben hatte, Musik, zuerst auf der Universität zu Kiel bis Michaelis 1880, dann zu Berlin auf dem königlichen akademischen Institut für Kirchenmusik bis Michaelis 1882.
Der ordentliche Lehrer Gortzitza, welcher seit längerer Zeit dem Oberlehrer Anger bei dem Turnunterricht Assistenz geleistet hatte, trat zu Michaelis von dieser Function zurück, worauf der Elementarlehrer Georg Schultz von dem königlichen Provinzial-Schulcollegium zum Hülfsturnlehrer berufen wurde.
Das neue Gymnasialgebäude ist eine Zierde der an schönen öffentlichen Gebäuden sehr armen Stadt und wird den Bedürfnissen des Gymnasiums für lange Zeiten vollauf entsprechen, besonders wenn für die Dienstwohnung des Directors dem ursprünglichen Plane gemäss ein eigenes Gebäude errichtet sein wird. Einstweilen ist für die letztere ein Theil des mittleren Geschosses verwendet, wodurch(um von den Unbequemlichkeiten einer solchen Wohnung nicht zu reden) der Corridor dieses Geschdsses unterbrochen und die Verbindung der Schulräume untereinander und die Übersicht über dieselben sehr erschwert wird. Zu beiden Seiten der breiten Corridore liegen ausser dem Conferenzzimmer 1) 14 Klassenzimmer, von welchen 6 für je 40 Schüler unterer, 8 für je 30 Schüler oberer Klassen abgepasst und zweckmässig eingerichtet sind, nebst 3 grösseren Räumen für den Unterricht im Zeichnen, im Gesange und in der Physik; 2) 4 Zimmer für die Sammlungen des Gymnasii(nämlich eins für das physi- kalische Cabinet, eins für die naturhistorischen Sammlungen, eins für die Lehrer- und eins für die Schülerbibliothek), sowie 3) mehrere durch Lattenböden eigenthümlich in niedrige Stockwerke getheilte Räume für die Stadtbibliothek, welche vertragsmässig im Gymnasial- gebäude bewahrt werden muss, nebst einem Zimmer für deren Bibliothekar. Sämmtliche Bibliothekräume sind sehr enge und der Erweiterung, welche nach Errichtung einer eigenen Dienstwohnung für den Director leicht erfolgen könnte, sehr bedürftig. Die Zimmer für die Bibliotheken und Sammlungen liegen fast sämmtlich in den beiden unteren Stockwerken des Mittelbaues des Gymnasialgebäudes; über denselben im obersten Geschoss die sehr geräumige, stattlich decorirte Aula, welche die ganze Tiefe des Mittelbaues einnimmt. Fast alle Räume des Gebäudes sind durch die Anordnung ungewöhlich grosser Fenster, welchen gegenüber nur die sehr niedrigen einflügligen Thüren unangenehm auffallen, sehr hell erleuchtet. Bei den Heizapparaten sind drei Systeme miteinander verbunden: Warmwasserheizung in zweien Oefen für die Klassenzimmer, Heisswasserheizung für die Bibliotheken, die Sammlungen und das Conferenzzimmer, Luftheizung für die Aula und zur Herstellung der Ventilation.
Rings um das Hauptgebäude gehört dem Gymnasium ein beträchtliches Areal an, auf welchem sich ein Park(der gewöhnliche Aufenthaltsort der Schüler während der Erholungs- pausen), ein geräumiger Turnplatz mit einer von Julius Dietrich& Hannack in Chemnitz eingerichteten Turnhalle, ein zur Dienstwohnung des Directors gehöriger Garten, endlich noch


