Aufsatz 
Zu Platons Apologie und Kriton / Eduard Goebel
Entstehung
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Dem einen oder dem andern, obwohl dem oben dargelegten Gedankenzusammenhange nicht vollkommen genügt wird, würde beizustimmen sein, wenn nicht vielmehr auf die leichteste Weise durch Aenderung eines einzigen Buchstabens der Klarheit und Präzision des Gedankens sowohl, als auch der Korrektheit des sprachlichen Ausdrucks Genüge verschafft werden könnte. Um es kurz zu sagen: statt œr&y ist zu lesen οꝶε⁵⁶, Wie auch in Handschrift H geschrieben steht. οσꝓ¶‿ und àAπ‿mα ειννιμ vocx bilden den vermissten klaren und scharfen Gegensatz, und beide Participia sind auf das Subjekt in aνε zu beziehen. Gewöhnlich fällt ja dem Socrates bei seinem taƷνκε 720Jot die Rolle des Fragenden zu und dem andern die des Antwortenden; indess kann es auch anders sein, Säv ric SobNrat, wie die Stelle Protag. 348 A es ausdrücklich hervorhebt.(Vgl. auch Krit. p. 50 C). 36 kat Sàv rts BObMrAr roxv,syoc aber ist die Zerlegung des Begriffes aX6TSA, und dA X T6 b. svOα αεέ ααοννονντσμινννμν ν αέe, 5,OicC(Xab).,οοαέιν εαϑχε ε] ist das, was der Gedankenzusammenhang fordert. Wie leicht dieses tcy eben wegen des un- mittelbar vorhergehenden αρι Saævrsv in spcorsy verschrieben werden konnte, braucht nicht erst gesagt zu werden.

III. In dem folgenden Satze pag. 33 B:Kal robroy 86, ette ric erde Türverat strs Sen, 05 ¼ Av Otnaicoς hvy atriav drNO1p.¹, Gy Liirs drs,y LnSsyt dey rors 4e Hnrs Sdidaa hat man, scheint es, übersehen, dass robroy y notwendig auf einander zu beziehen ist, mag man nun beides als masculinum oder als neutrum auffassen. Schleiermacher nimmt robroy als masculinum, abhängig von ric, y aber als neutrum, abhängig von u4 νmάα und übersetzt:Und ob nun jemand von diesen besser(richtiger: brav und gut i. e. ein wackerer Bürger) wird oder nicht, davon bin ich nicht schuldig die Verantwortung zu tragen, da ich Unterweisung(? uA*να bedeutet etwas anderes!) hierin(worin?) weder jemals jemanden versprochen noch auch erteilt habe.

Aber robrov kann schon wegen der Stellung des àν̈ schwerlich unmittelbar und grammatisch von ric abhängen, sondern muss, wie Stallbaum mit Recht bemerkt, zu ryy alriav brsoiut bezogen werden.

Dass ferner robrov nicht auf vorhergehendes zurückweist jedenfalls wäre die Beziehung etwas ungenau und unklar*), sondern auf das folgende y zu beziehen ist, folgt m. E.[mit Not- wendigkeit aus der Negation p in diesem Relativsatze, der mithin einen ganz allgemeinen Ge- danken, eine blosse Vorstellung enthalten muss. Soll die obige Uebersetzung Schleiermacher's oder auch die des Marsilius Ficinusquippe cum nulli unquam doctrinam vel tradiderim ullam vel pro- miserim richtig sein, so müsste der Satz doch wohl lauten: y oöre 5rs6 05 Jy 555 6ots Päba oöre ddidasa. Anders hingegen gestaltet sich die Sache, sobald robrchy(= rotο⁵ 0νν) und v auf einander bezogen wird.(Curt. gr.§ 616 Anm. 2).

Aber ist nun dieses robrcy y als masculinum(wie Stallbaum meint) oder als neutrum anzu- sehen? Heiszt es:Ob einer ein wackerer Bürger wird oder nicht, ich kann doch nicht füglich für diejenigen(solche) die Verantwortung tragen, denen(resp. deren keinem) ich irgend eine Wissenschaft weder jemals versprochen noch Unterricht darin erteilt habe, oder aber:ich

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6) Soll etwa zurückgegriffen werden auf die Worte 0b⸗ oi d14667,v isο 3ob; ahnraàs siwat, oder geht es auf X.,οοανο łι αινν, oder sind ol 2i.6 vot or zu verstehen? 3

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