Aufsatz 
Die Aeneis, die vierte Ecloge und die Pharsalia im Mittelalter
Entstehung
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Rechtsbuch dem römischen Staatswesen den Abschluss gegeben, den Dante deshalb ins Paradies versetzt und zum Verkündiger seiner eigenen Geschichtsphilosophie macht 1²0). Nun erst war der grossartige Dualismus völlig durchzuführen; des jeweiligen Kaisers Schirmherrschaft über Rom und über die Christenheit knüpfte sich in stäter Rechtsfolge an Cäsar an. Wie das Christenthumder neue Bund genannt wird(niuwe e, Parciv.), so heisst auch die Chronik der Profangeschichte seit Augustusder Könige Buch neuen Bundes ¹²⁷). PFriedrich I. hatte Karl den Grossen zum Vorbild ausersehen und dessen Erhebung unter die Heiligen bewirkt. Unter ihm erklärten die Rechtslehrer von Bologna den deutschen König zum Erben der Machtfülle, die einst Augustus und Hadrian, Constantin und Justinian innegehabt. Als er zwei Jahre nach Befriedung der Lombarden jene berühmte Schwertleite zu Mainz abhielt(1184), erschien dieselbe deutschen wie auswärtigen Dichtern als Versinnlichung der Weltherrlichkeit ¹²⁸ν)) Man legte einigen Werth auf den Umstand, dass gerade während Friedrichs Kaiserkrönung in Rom(1155) das Grab jenes Pallas neu entdeckt worden, der nach Vergil der treueste Genosse des Aeneas in den Kämpfen war, die der Gründung Laviniums voran- gingen. Veldeke bemerkt mit Nachdruck(En. 8320), der Docht von Asbest habe bis zur Eröffnung der Gruft noch gebrannt. Felix Faber von Ulm(15. Jahrh.) fügt sogar ein sehr mittelmässiges Distichon bei, das sich als Inschrift am Grab gefunden habe 1¹²³). Der einzige Kaiser deutschen Stammes, der den Namen eines altrömischen trug, Philipp von Schwaben, wurde durch den Beisatzder Zweite an Philippus Arabs angeschlos- sen 1³⁰); selbst das Volk seiner Heimat rief ihm zu: Heil König Philipp der Ander! Nach den vier Monarchien theilt noch Gottfrieds Chronik(Frankf. 1630, 1642,

126) Parad. VI; vgl. Schlosser, Dante, S. 295 ff.

122) Der kunige buoch niuwer é; Massm. Kaiserchr. III, 55.

12) Veldeke(13021) kann dem Vermälungsfeste des Aeneas nur diese hohzite ze Meginze vergleichen; s. auch Gervinus, I, 279.

12²) Filius Evandri Pallas, quem lancea Turni Militis occidit, more suo jacet hic.

12⁰) F. Hurter, Innocenz III, Bd. I, S. 164 gegen J. v. Müller(Schweizergesch. I, 398): Philippus Secundus ist kein Fehler, sondern wirklich Erinnerung an Ph. Arabs; in allen Urknnden wird er so bezeich- net. Bei den Ottonen dachte man mit Recht nicht an Otho.