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Eintheilung in die sechs Weltalter, die Beda Venerab. 1²²) annahm und die Rudolf von Ems 1²3) mit Adam, Noah, Abraham, David, Babylon, Christus beginnen lässt; der Sachsenspiegel und der Schwabenspiegel geben sieben Weltalter an. Wenn auch schon Josephus(Arch. jud. X, 12) den Traum Daniels als Geschichts- Allegorie auffasst, so wurden doch die vier Monarchien erst seit Orosius festgestellt, der seine Erzählung bis zum Jahr 417 führt. Er hat ein babylonisches, macedonisches, karthagisches und römisches Reich; bald aber tritt eine andere Reihenfolge ein: die assyrisch- babylomische, persische, griechische und römische Monarchie. Ninus und Nebukadnezar wie Cyrus standen dem Mittelalter zu fern; Alexander und Cäsar treten völlig in seinen Kreis. Aristoteles, der Inhaber aller Kenntnisse Griechenlands, der Begründer einer für die christliche Dogmatik förderlichen Philosophie, wird der geistige Geleitsmann des dritten, Vergil der Dichter und Scher des vierten Weltreiches. Wo immer Poesie oder Sage diese Beiden vereint nennen kann, unterlässt sie es nicht. Vergil hatte dem Reiche Cäsars ewige Dauer verheissen; weltlich gleichberechtigt stand es neben der Kirche. Dies war freilich nicht im Sinne S. Augustins und jenes Gottesstaates, den er in den schlimmsten Tagen des stürzenden Roms erdachte. Der grosse Lehrer war nicht für Roms ewige Weltstellung; er verglich Romulus als Brudermörder mit Kain und wies dem neuen Rom am Bosporus einen höheren Beruf als dem alten zu ¹²4). Hierin trennt sich von ihm durchaus die spätere Zeit, vor allem Dante.
Das Bild der vier Monarchien nahm, wie dies oft bei wohl gerundeten Ideen vor- kommt, auf Jahrhunderte hinaus die Geister gefangen. Ein ernster Sinn glaubte wohl im letzten Zeitalter das eiserne zu erkennen ¹²⁵). Die Gesammtansicht kräftigte sich noch mehr, als das Reich an die fränkischen, später an die deutschen Könige kam. Die 324 Jahre zwischen des Augustulus Absetzung und Karls Krönung in der Peters- kirche wurden von den Chronisten entweder nachlässig eingetheilt oder nach byzan-
tinischen Kaisernamen geordnet. War doch unter diesen der Name Justinians, dessen
122) Wattenbach, S. 81.
122) Welichronik, Z. 87 ff.
1²⁴) S. August. Serm. 105, cap. 9.
12²) Oito von Freisingen im 8. Buch: Nos circa üinem ejus(regui ferrei) positi id quod de ipso prae- dictum est experimur.


