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Aus einem solchen, der sich handschriftlich in Florenz befindet, hat Paul Heyse ⁹⁸) ein Bruchstück mitgetheilt.
Aber bei weitem der wichtigste Roman d'Eneas ist derjenige, der den fruchtbaren Benoit de Sainte More zum Verfasser hat; Denselben, dessen Destruction de Troyes Herbort von Pritslar in seinem liet von Troye übersetzte ³³). Sein Aeneasbuch findet sich auf der bibliothèque imper. zu Paris in vier Handschriften; der Verf. dieser Blätter hat im Jahr 1854 bei Durchsicht einer derselben die Ueberzeugung gewonnen, die Urschrift zu Veldeke's Eneide vor sich zu haben ¹⁰v. Später erschien Pey's Essai sur li Romans d'Eneas(Paris, Didot, 1857), in welchem auf Grund jener Handschriften weit- läufige Auszüge mitgetheilt sind. Benoit verweilt gern beim Abenteuerlichen; er ergeht sich im Ausmalen von Pferden, Waffen, Geräthschaften. Der geschichtliche Hinter- grund ist bei ihm durchaus verwischt und für die ergreifenden Hinweise auf den müännlichen Kampf des Helden um ein grosses Lebensziel hat er keinen Sinn. Stellen wie das„per varios casus“ oder„sunt lacrimae rerum“ sind für ihn nicht vorhanden. Der Gang der Fabel ist vereinfacht, der Rückblick im 2. Buch aufs Nöthigste beschränkt; weder den Laokoon sehen wir, noch den sterbenden Priamus. Aus dem 1. Buch ist die Erscheinung der Venus weggelassen, ebenso das Walten der Dido als Richterin; die Abholung des Aeneas dagegen wird weitläufig ausgeschmückt. Hochfarbige Schildereien bringt Benoit bei jedem Anlass hinzu: so den Wundervogel Callade, das karthagische Krokodil, den Hirsch der Silvia, dessen Geweih zum Arm- leuchter dient, nicht minder das fantastisch bunte Pferd der Camilla ¹⁰¹). Die Mauern von Karthago haben einen dreifachen Magnetbeschlag, der bei einer Belagerung die
Krieger sammt ihren Waffen festhalten würde. Im Palast sind zwar nicht trojanische
9s) Romanische Inedita, Berlin 1856.
²*°) Ueber Benoit s. F. Michel, Chroniques anglonormandes; noch genauer W. Hollands Abhdlg. über Crestien de Troyes. In Pfeifers Germania Bd. II gibt Frommann eine umfassende Zusammenstellung aus Her- bort und Benoit; S. 49, 177, 307.
1⁰°) S. auch kritische Blätter zum Frankfurter Museum, 1857, No. 15.
10¹) Onques ne fust tant gente beste; Le cors ot tot blanc et la teste, Le tapet noir, et les oreilles Ot ambes dos totes vermeiles; Le cot ot bai et fu bien gros, Les crins indes et vers par flos u. s. w. Vgl.
Veldekes Bericht 5211 ff., den er selbst als scône hovescheit bezeichnet.
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