altam scientiam theologorum aegyptiorum. Im Mittelalter rühmt man vielfach die Belehrung, die aus den Georgicis zu schöpfen. So heisst es im Cato novus: Terre culturas si fors cognoscere curas, Ecce tibi Maro demonstrat carmine claro ²8). In dem verdeutsch- ten Gedicht, das Hoffmann von Fallersleben aus Melker Handschriften herausgegeben, lautet die Stelle: wil du kundik werden, zu bowen die erden, daz si dir vrucht muze gebende wesen, so soltu Virgilium lesen ²⁹).
Das Leben Vergils, wie es noch im 4. Jahrh. Ti. Claudius Donatus dargestellt, bot vielfachen Stoff zur späteren Umgestaltung seiner Persönlichkeit. Gleichwohl darf man aus dieser Vita, wie sie uns vorliegt, nicht auf die Ansichten jener Zeit schliessen, indem sie, wie schon Heyne³⁰) und neuerdings K. L. Rothal) ausgeführt, immer mehr durch Zusätze entstellt wurde. So findet sich das Geschichtchen, wie Vergil durch seine wunderbare Pferdekenntniss die Gunst des Augustus gewinnt ³²)f, nicht in der Berner Handschr. der vita, die dem 10. Jahrh. angehört. Anders verhält es sich mit jener von Phocas Gramm. spätestens um 500 in leidlichen Hexametern abgefassten vita, die der Interpolation weniger zugänglich war ³³). Phocas meldet bereits, dass Vergils Mutter, deren Vater Magius geheissen, im Traum einen Lorbeerbaum geboren; dass der Dichter als Kind nicht geweint habe ³¹⁴); Bienen brachten ihm Honig und die bei seiner Geburt gepflanzte Pappel überragte bald alle übrigen. Hier sind geläufige dichterische Redens- arten in Anekdoten verwandelt; doch geben sie ein Mittelglied zu späteren Vorstellungen
und wurden in Mantua und Neapel weiter ausgebildet. Noch Jovius Pontanus, um
28) Zarncke, Beiträge zur mittellat. Spruchpoesie(Abdruck aus den Berichten der kön. sächs. Gesellsch der Wissensch.) S. 16. Die Uebertragung obiger Leoninen in Reimverse s. S. 38.
²⁰) Haupt, alideutsche Blätter, II. 18 ff.
2⁰) Opp. Virg. V, 319.
31) In seiner schätzbaren Abhandlung„über den Zauberer Virgilius“ Pfeiffer's Germania Bd. IV. Roth scheint unseren Donatus mit dem etwas älteren und weit berühmteren Aelius zu verwechseln; S. 286 Z. 6.
42²) Vergl. übrigens Georg. III, 72 his 122; s. unten.
²3) In sämmtlichen Ausgaben hat sie nur 107 Zeilen, in einer Pariser Handschr. kommen noch 75 hinzu; s. Du Méril, Mélanges archéologiques et litt. pag. 451.
4¹) Calderon dagegen hat vor seiner Geburt dreimal geweint; s. seine Biographie von Vera Tassis, vor
den meisten Ausgaben.


