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Feind, Heiland, adolescens, rudens, animans, l'ascendant, le revenant, the being, the lightning u. s. W. Je kräftiger das Bewusstsein von der beweglichen Doppelnatur des Par- ticipiums sich geltend macht und im lebendigen Gebrauch erhalten bleibt, desto weniger werden einseitige Bildungen dieser Art auch in die späteren Zeiten sich fortsetzen, sondern jene Erzeugnisse einer frühern Periode werden mehr als die halbverstandenen Ueberreste eines abgestorbenen Formationstriebs in den Sprachen stehen bleiben. Diess zeigt sich sehr deutlich bei den sämmtlichen hieher gehörigen Erscheinungen, die sich im homerischen Sprachgebrauche finden: wir zählen folgende dahin:„ουν, ⁴ενεσυσν νοέιπ(oder zoeio mit seinem femin. zoεlovoæ, X 48.) εκρ⁴νρμιωπμν, Oνσ αeᷣνοη, aidouoax, Térorres und duelgortes, . 712. Die vier ersten, welche einfache persönliche Verhältnisse bezeichnen, kündigen sich als sehr frühe Bildungen der Sprache schon dadurch an, dass bei keinem der Verbal- stamm, von dem sie als Participia abgeleitet sind, in späterem Gebrauch geblieben, sondern durch vollere Formen oder durch neue Themata ersetzt ist; wie nodo oder„rodouo, zνο und doeοœzν, und auch zu àει scheint sich der active Präsensstamm εν nur bei Sopho- kles(Antig. 1119) in einem wahrscheinlich willkürlichen Archaismus zu finden, während uεοναασαι uõId uνοασ im wirklichen, doch auch nur dichterischen Gebrauche waren, und das noch als wahres Participium gebräuchliche uενςια(I 276. H 202. 11 234) auf eine ver- änderte Präsensform hinweist. Auch sind sie, ausser„6oω, dessen in der Natur begrün- dete Bedeutung sich immer in Uebung erhalten hat, wenig in den Gebrauch der späteren Prosa übergegangen, vielleicht auch weil sie vorzugsweise sich auf das Verhältniss des heroischen Königthums bezogen. Gewiss aber darf man gegen den participialen Ursprung dieser Nomina nicht die fehlende oder unregelmässige Femininform einiger geltend machen: mit der Bezeichnung des„υων verband sich so sehr der Begriff der männlichen Würde, dass die Verwendung zum Femininum unterblieb; eben so hat der homerische deεoαdmm½so bestimmt als vertrauter Diener und Beirath seine Stelle im Gefolge des Fürsten, dass er das weibliche Geschlecht ausschliesst: die deoοdruix, nach der Analogie von 14mQ Akcuνα obne Erinnerung an den participialen Ursprung gebildet, gehört dem Worte, wie der Sache nach späteren Zeiten und Verhältnissen an. Die beiden mythologischen Namen der Mouðd und des ako, welcher letztere im Homer(abgesehen von der Benennung des einen Rosses der Eos 246) nur Beiname des Helios selbst ist(A 735. 479. 441. 388), geben sich deutlich genug als die Andeutung der göttlichen Wesen kund ¹), die sie bezeichnen: doch ist auch hier für beide participiale Formen, so sicher auch der etymologische Zu- sammenhang mit„, wie mit qdos, qœæeivo ist, ein entsprechendes Präsens im wirklichen Gebrauche nicht nachzuweisen. Deutet dieser Umstand auf sehr alte Entstehung dieser participialen Nomina hin, so hat es mit den Wörtern idοuda, rérorres und d́uεiortes eine
¹)„Modoœαᷣ»— von u⁴ο in der doppelten Bedeutung des aufstrebenden Hauches und Geistes“ Preller, Griech. Myth. I. S. 279.


